Zwischenruf 271122 – # 3/4 („Es darf gesprengt werden“)

Wolfgang Streeck, Vortrag beim Center for the Study of Europe (via Wikipedia – bearbeitet HHö)

Nach meinem Verständnis findet sich eine sehr gute Zusammenfassung beider Vorträge die Gegenstand der Teile 1/4 und 2/4 gewesen sind auf MAKROSKOP in dem Artikel Es kommt näher von Wolfgang Streeck.

Streeck geht auch auf die Sprengung der Nord-Stream Pipelines ein, ein Thema welches in den deutschen Medien blitzartig verschwunden ist, nachdem den Medienmachern (und der Politik) dämmerte, dass es doch hanbüchen daher kommt, wenn man den Menschen „verkaufen“ will das Putin glaubt, es genüge nicht den Gashahn zuzudrehen, er müsse darüber-hinaus noch sein 51% Miteigentum sprengen!1)Gesamtschaden ~ 15Mrd$ plus Umweltschaden … was ist eigentlich mit den Miteigentümern, man hört nicht davon, dass E.ON (D), die Gasunie (NL) oder die Engie (F) einen Verlust beklagen würden, warum ist das so? Wolfgang Streeck führt hierzu aus [Hervorhebungen HHö]:

Als Ende September die beiden North-Stream-Pipelines bei einem massiven Unterwasserangriff in die Luft gesprengt wurden, versuchten die

regierenden Mächte einige Tage lang, die deutsche Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass der Täter nur „Putin“ gewesen sein konnte, der den Deutschen demonstrieren wolle, dass es keine Rückkehr zur guten alten Gas-Zeit geben wird. Bald wurde jedoch klar, dass dies die Leichtgläubigkeit selbst deutscher Untertanen überforderte. Warum sollte sich „Putin“ freiwillig der Möglichkeit berauben, Deutschland wieder in die Energieabhängigkeit zu locken, sobald es nicht mehr in der Lage sein würde, den astronomischen Preis für amerikanisches Flüssiggas zu zahlen? Warum hätte er die Pipelines, die ihm gehören oder an denen er beteiligt ist, nicht in russischen statt in internationalen Gewässern in die Luft gesprengt, wobei letztere stärker überwacht werden als jede andere Seeregion, außer vielleicht der Persische Golf? Und warum hätte er riskieren sollen, dass ein russisches Einsatzkommando, das zweifellos sehr groß hätte sein müssen, auf frischer Tat ertappt und als Folge eine direkte Konfrontation mit mehreren NATO-Mitgliedstaaten gemäß Artikel 5 auslösen würde?


In Ermangelung eines auch nur annähernd glaubwürdigen „Narrativs“ … wurde die Angelegenheit nach nicht mehr als einer Woche fallen gelassen. Zwei Tage nach der Explosion hatte ein einsamer Reporter einer kleinen Lokalzeitung (Ostseezeitung hier kreiszeitung.de 2)die Schiffe hatten am Manöver BALTOPS 22 teilgenommen, vom 5. – 17. Juni und sind erst am 22. Sept. wieder aus der Ostsee ausgelaufen … hä?  Zur Erinnerung: Die Sprengung war am 26. September! „Ein Schelm, wer böses dabei denkt!“ ) am Eingang zur Ostsee beobachtet, wie die USS Kearsarge, ein „amphibisches Angriffsschiff“, das für die Beförderung von bis zu 2.000 Soldaten ausgelegt ist, die Ostsee in Richtung Westen verließ, begleitet von zwei Landungsbooten; ein Foto von zwei der drei mächtigen Schiffe fand den Weg ins Internet. Niemand in der deutschen Politik oder den überregionalen Medien nahm davon Notiz, jedenfalls nicht öffentlich. Mitte Oktober kündigte Schweden, das sich derzeit um die NATO-Mitgliedschaft bewirbt, an, dass es die Ergebnisse seiner Untersuchung des Vorfalls für sich behalten werde; die Sicherheitsstufe seiner Erkenntnisse sei zu hoch, „um sie mit anderen Staaten wie Deutschland zu teilen“. Kurz darauf zog sich auch Dänemark aus einer gemeinsamen Untersuchung zurück.“3)soso, man hat Erkenntnisse die man nicht mit anderen betroffenen Staaten teilen kann?! Jenseits der mit Eigeninteresse geschmückten Weigerung der Türkei Schweden in die NATO aufzunehmen ist es doch still geworden um dieses Thema; haben die Schweden – auf Grund von „Erkenntnissen“ – etwa die Lust an der NATO verloren? Bzgl. Dänemark hat die Weigerung Erkenntnisse zu teilen noch eine weitere Komponente: Man verweigert sich ggü. NATO-Partnern. Und was sagt die USA? 😉

Dass mehr nicht gesagt werden könne, so heißt es in der Antwort weiter, liege daran, dass „die erbetenen Auskünfte den Restriktionen der ‚Third-Party-Rule‘ [unterliegen], die den internen Austausch von Informationen der Nachrichtendienste betrifft“. Damit aber seien „derart schutzbedürftige Geheimhaltungsinteressen [berührt], dass das Staatswohl gegenüber dem parlamentarischen Informationsrecht überwiegt und das Fragerecht der Abgeordneten ausnahmsweise gegenüber dem Geheimhaltungsinteresse der Bundesregierung zurückstehen muss.“ Nach Kenntnis des Verfassers wurde dieser Austausch in den staatswohlorientierten Medien mit keinem Wort erwähnt.

Der Artikel ist zur Gänze lesenswert; ich belasse es bei dem Zitat zur Pipelinesprengung – nicht ohne daraufhinzuweisen, dass in amerikanischen Internetmedien sehr detaillierte Berichte vorliegen (Fotos zu den amerikanischen Flotteneinheiten und Spezial-Hubschraubern die im Seegebiet wo gesprengt wurde, nachgwiesen worden sind (z. B. auf Moon of Alabama, englisch, Whodunnit? – Facts Related to The Sabotage Attack On The Nord Stream Pipelines (Wer ist der Täter? – Fakten zum Sabotageangriff auf die Nord Stream-Pipelines)4)wer sich für technisch/militärische Details informieren möchte, bitte hier – ich bin kein großer Freund dieses Portals, was hier allerdings der Fach-Militärexperte sagt deckt sich mit vielem, was ich schon wusste. Streeck geht ferner ebenfalls auf zu erwartende Probleme der Meinungsfreiheit im Zusammenhang mit dem „überarbeiteten“ § 130 ein: Der Korridor des sagbaren verengt sich

Bevor ich es vergesse:

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Di Anonymität im Internet ist aufzuheben!
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Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 Gesamtschaden ~ 15Mrd$ plus Umweltschaden … was ist eigentlich mit den Miteigentümern, man hört nicht davon, dass E.ON (D), die Gasunie (NL) oder die Engie (F) einen Verlust beklagen würden, warum ist das so?
2 die Schiffe hatten am Manöver BALTOPS 22 teilgenommen, vom 5. – 17. Juni und sind erst am 22. Sept. wieder aus der Ostsee ausgelaufen … hä?  Zur Erinnerung: Die Sprengung war am 26. September! „Ein Schelm, wer böses dabei denkt!“
3 soso, man hat Erkenntnisse die man nicht mit anderen betroffenen Staaten teilen kann?! Jenseits der mit Eigeninteresse geschmückten Weigerung der Türkei Schweden in die NATO aufzunehmen ist es doch still geworden um dieses Thema; haben die Schweden – auf Grund von „Erkenntnissen“ – etwa die Lust an der NATO verloren? Bzgl. Dänemark hat die Weigerung Erkenntnisse zu teilen noch eine weitere Komponente: Man verweigert sich ggü. NATO-Partnern. Und was sagt die USA? 😉
4 wer sich für technisch/militärische Details informieren möchte, bitte hier – ich bin kein großer Freund dieses Portals, was hier allerdings der Fach-Militärexperte sagt deckt sich mit vielem, was ich schon wusste

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