Das „Putin-Syndrom“ – nein, nicht Ukraine, das Leiden unserer Regierung!

Die wichtigsten Fragen, die sich jede Regierung, jeder Verantwortungsträger stellen muss sind: 1) ist meine Beratung kompetent?, 2) ist meine Beratung unabhängig? Man kann ja schließlich nicht alles wissen.

Wachstum? Rezession? "Ei wo isses dann?" Experten auf der Suche! – Pixabay.com

Und da sind wir schon mitten drin im „Putin-Syndrom“! Ganz bestimmt leidet Putin an dem Problem, dass kompetente Berater – Punkt 1) ist idR nicht das Problem: kompetent sind diese Fachleute so gut wie immer – ihm beratungshalber nur das sagen, was er vermeintlich hören will: Der „Berater“ redet dem Ratsuchenden nach dem Mund! Warum tut er das? Nun der Berater fürchtet sonst um seine Zunkunft, ggf. sogar (im „Reich Putin“ ggf. wörtlich) um seinen Kopf.

Punkt 2) ist also das Problem: Kein abhängiger und somit furchtsamer Berater kann guten Rat geben!

Putins Berater wissen, was er will, wie er „tickt“ und „beraten“ ihn ganz in seinem Sinn. Resultat: Desaster!

Nun fragen wir uns: Ist es im „Wertewesten“ in Demokratien anders? NÖ! Ganz und garnicht! Berater und Beratungsinstitute sind mehr oder weniger von denen die sie beraten abhängig, sie leben schließlich von deren Aufträgen, von deren Gunst. Was also liegt da nahe? Richtig! „Wir malen denen die Welt schön, dann bleiben wir im Geschäft!“

Jüngstes Beispiel: Inflations“bekämpfung“ durch Leitzinserhöhung – Rezession vor den Toren – „beratende Ächzperten“ winken ab, alles halb so schlimm!(?)

Das ist leider kein Mythos, man muss nur sagen: Guckt mal in die Geschichte, z. B. 1. März 1972 … aber, wie war das noch? „Die Geschichte lehrt, dass die Geschichte nichts lehrt!“

Rezession ante portas!

Die fragliche „Expertise“ die hier kritisiert wird heißt: Herbst 2022 Inflation, Rezession, Wohlstandsverlust

Schauen wir uns an was ein anderer Experte dazu sagt (via maskenfall.de), wie die „Experten“ zu ihrem Urteil kommen1)die „Experten“ vom ifo INSTITUT, Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel), Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erstellen als Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose dieses Papier als Dienstleistungsauftrag des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz! Da möchte man doch gerne im Geschäft bleiben, oder 😉 „Ein Schelm der dabei böses denkt!“
: Trotz einer schwierigen Zeit mit stark steigenden Energiekosten, und in Folge davon stark steigenden Preisen, unterstellen diese „Experten“ dass der Verbraucher sprichwörtlich die Sau raus lässt und durch Konsumrausch die Rezession abfängt! Man fasst sich an den Kopf und greift ins Leere!!

Es fängt an mit Erinnerungen:

Vor 50 Jahren gab es eine ganz besondere Situation in der Weltwirtschaft: Es gab einen großen Angebotsschock, die Ölpreise stiegen, Öl wurde aber weiter in nahezu unveränderter Menge konsumiert, die Ölproduzenten machten enorme Gewinne, … Das Ergebnis war eine tiefe Rezession, enorme globale Einkommensverluste und die erste Welle an Massenarbeitslosigkeit, deren Folgen bis heute nicht wirklich überwunden sind. …

Kommt Ihnen bekannt vor? In der Tat, die Ähnlichkeiten mit der heutigen Situation sind verblüffend und eigentlich offensichtlich. …

und geht weiter, wie bereits oben angedeutet:

Die Wirtschaftspolitik der westlichen Welt ist im Begriff, exakt die gleichen Fehler wie damals zu machen. …

Doch die Prognosen der Fachleute … sind doch gar nicht so schlecht. Gerade haben die wirtschaftswissenschaftlichen Institute für das nächste Jahr einen ganz leichten Rückgang des BIP für Deutschland vorhergesagt, aber keinen tiefen Einbruch, wenn sich die Energiesituation nicht noch einmal deutlich verschlechtert. Negative Folgen für die Arbeitslosigkeit sehen sie überhaupt nicht.

Stimmt, aber man muss sich genau anschauen, wie die schlauen Fachleute das „hinbekommen“ haben. Sie mussten ja „Nachfrage finden“, mit der sie begründen konnten, dass der Einbruch nicht so schlimm wird. „Gefunden“ haben sie diese Nachfrage, man höre und staune, bei denen, die von dem Angebotsschock am meisten gebeutelt sind, nämlich bei den Verbrauchern in Deutschland. Die „Prognose“ der Institute sagt voraus, dass die privaten Haushalte, deren Einkommen in realer Rechnung deutlich fallen, ihre Ersparnisse abbauen. Die private Sparquote sinkt von 15 Prozent im Jahr 2021 auf unter neun Prozent im nächsten Jahr.

Das muss man sich vorstellen: Trotz extremer Verunsicherung wegen fallender Realeinkommen, trotz steigender Zinsen (die für die Institute-Ökonomen eindeutig zu vermehrtem Sparen führen müssten), trotz jüngst veröffentlichter Indikatoren, die zeigen, dass die Konsumentenstimmung einen historischen Tiefstand erreicht hat, wird in der Gemeinschaftsdiagnose der Institute kräftig konsumiert. Nur auf diese Weise kann man ein Szenario aufstellen, bei dem der Staat sogar sein Defizit reduzieren kann, ohne dass es zu einer starken Rezession kommt. Die Gaspreisdeckelung war in der Prognose der Institute noch nicht enthalten.

Noch toller: Man „spendiert“ in der großen Nachfragenot den Arbeitnehmern hohe Nominallohnzuwächse (5,7 Prozent im Jahr 2023 und 5,9 Prozent im Jahr 2024), weil man sonst die Konsumsause auf der Verwendungsseite noch stärker über eine sinkende Sparquote hätte gegenfinanzieren müssen. Solche Nominallohnzuwächse finden die Institute unproblematisch. Sie schreiben: „Trotz schwächelnder Arbeitsproduktivität im Zuge der Rezession dürften die realen Lohnstückkosten auch im laufenden Jahr stark rückläufig sein, da die Lohnanstiege den beschäftigungsneutralen Verteilungsspielraum nicht ausschöpfen. Dies dürfte im Prognosezeitraum die Arbeitsnachfrage und damit die Beschäftigungsentwicklung stützen.“ [s. S. 52 in der Langfassg. des verlinkten Gutachtens]

Dabei will ich es mit den Zitaten belassen, der Rest ist unter dem obigen Link bei Relevante Ökonomik.de nachzulesen. Dort auch recht interessant ein IV von acTVism mit Prof. Heiner Flassbeck, (28 Min.).

Nebenkriegsschauplatz zum Thema – nicht nur die Beratung ist ein Problem, auch die Kontrolle! Seit Jahr und Tag versucht abgeordnetenwatch der Politik auf die Finger zu schauen und kriegt immer wieder Steine in den Weg gerollt (hier ein Beispiel – am Anfang dieses Beitrags steht eine Zusammenfassung der Recherche zur Verfügung).

Ich denke wir haben eine Demokratie, Transparenz, Vertretung des Volkeswille durch seine Mandatsträger – was soll das? Bitte, liebe Leute, einen Fünfer im Monat an abgeordnetenwatch, das bringt doch niemanden um – also bitte spenden, damit „unsere“ Politiker wenigstens so kontrolliert werden!

Bevor ich es vergesse:

***

Die Anonymität im Internet ist aufzuheben!

***

Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 die „Experten“ vom ifo INSTITUT, Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel), Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erstellen als Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose dieses Papier als Dienstleistungsauftrag des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz! Da möchte man doch gerne im Geschäft bleiben, oder 😉 „Ein Schelm der dabei böses denkt!“

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.