Neues(!!) zur Inflation – Teil 5, Zusammenfassung

Die Inflation kommt hiermit auf MYTHOS zu ihrem Ende. Was uns Politiker und „Experten“ zur Inflation und zur „Inflationsbekämpfung“ erzählen ist geeignet einen Misthaufen zu beleidigen!

(Bild: Immer wieder das Selbe: „Die Erfahrung lehrt, dass die Erfahrung nichts lehrt!“ – Pixabay)

Die Probleme sind vielfältig und selbstgemacht, wir zitieren hier zum wiederholten mal Adam Ferguson (1793):

„Jeder Schritt und jede Regung der Masse [der Menschheit], selbst in den so genannten aufgeklärten Zeitaltern, erfolgt mit der gleichen Blindheit für die Zukunft, und die Völker stolpern über Einrichtungen, die zwar das Ergebnis menschlichen Handelns sind, aber nicht die Ausführung eines menschlichen Plans.“1)hier der Originaltext

Anders formuliert: Die Menschen stolpern von einem selbstgeschaffenen Sachzwang zum nächsten!

Inflation hat immer(!) viele Ursachen, sie mit einem Mittel (Zinserhöhung) zu bekämpfen ist vergleichbar mit dem Rat: „Bist du krank? Nimm Aspirin!“ Es gibt immer mindestens drei Beteiligte (vier) im „Inflationskonzert“:

1. die anbietenden Unternehmen, setzen den Preis
2. die nachfragenden Konsumenten, zahlen den geforderten Preis und
3. die Politik – die die Aufgabe hat, einen gesetzlichen Rahmen zu stellen (und ggf.
4. die gier-/machtgetriebene Spekulation).

Die Politik, die nur einen Hammer im Werkzeugkasten hat (Zinsen) erkennt in der Inflation immer nur einen Nagel.

MYTHOS hat in den bisherigen Folgen dargelegt, dass die Erzählungen um die Inflation alle(!) falsch sind; es gibt keinen Grund diesen Standpunkt zu ändern.

letzte Edition: 16.09.22, 11:10 h

Der Artikel auf dem isw Geldmenge, Preise und Zinsen – wie sind die Zusammenhänge? fasst unseren Stand zum Thema sehr schön zusammen [Hervorhebungen HHö]:

„Korrelationsrechnungen bestätigen den Gleichlauf der Preise und Geldmengen. Da Preise Geldbeträge sind, ist es naheliegend, eine Kausalität zwischen beiden Größen anzunehmen. Welche Größe ist originär, welche abgeleitet?

Anders gefragt: Was ist zu erst da? Henne oder Ei, Preis oder Geld?

… [Es ist ein ewiger] Streit darüber, ob die Preise die Geldmenge bestimmen oder umgekehrt die Geldmenge die Preise, [der] bis heute in immer neuen Variationen debattiert wird. … Bestimmt die Geldmenge das Preisniveau oder umgekehrt das Preisniveau die Geldmenge?“

Ist es also so, dass

„… Die Politik der Notenbank entscheide über ihre Höhe [der Geldmenge]. Das Preisniveau und damit auch der Geldwert sind davon abgeleitete Größen. Sie passten sich der Geldmenge an. Eine verstärkte Ausgabe von Banknoten erhöhe die Preise und senke dadurch den Geldwert.“

oder ist es so,

„… dass der Preis ursprünglich sei. … Die Geldmenge pass[t] sich den Preisen und damit an den schwankenden Bedarf der Wirtschaft an. Auf dem „Geldmarkt“ begegneten sich kein unabhängiges Geldangebot und eine Geldnachfrage, vielmehr bilde sich im güterwirtschaftlichen Bereich eine Nachfrage nach Geld, die stets die benötigte Geldmenge in die Zirkulation fließen lasse. Die Geldmenge [ist] eine endogene, eine abgeleitete Größe.“ …
„Erstaunlich, dass die Gelehrten sich jahrhundertelang streiten, ob der Preis oder die Geldmenge primär ist. Dabei genügt gesunder Menschenverstand, um das Problem zu verstehen. Gib einem Käufer 1000 Euro, dann ist noch kein Preis gestiegen und er muss auch nicht steigen.“

???

Dass „Experten“ über olle Kamellen ewig streiten, das halte ich, mit Verlaub, für wenig erstaunlich: Es geht doch immer nur um Deutungshoheit, um Macht, um Geltung (Geld-Dung, ganz aktuell ist der Begriff „Drittmittel“ … jaja, Korruption ist auch mit im Spiel, sind ja nur Menschen2)hier ein Beispiel: „Die Illusion der evidenzbasierten Medizin – Die evidenzbasierte Medizin ist durch Unternehmensinteressen, fehlgeschlagene Regulierung und die Kommerzialisierung der akademischen Welt korrumpiert worden, …“  ). So ist das eben.

Daher unser Fazit, es steht bereits oben im zweiten Satz: Was uns Politiker und „Experten“ zur Inflation und zur „Inflationsbekämpfung“ erzählen ist geeignet einen Misthaufen zu beleidigen! Es sind diese beiden Clowns, Politiker und „Ächtzperten“, die völlig versagen, sie denken nur an sich und ihre eigenen Bedeutung/Karrieren und nicht an ihre eigentlichen Aufgaben: Zum Wohle der Menschen wirken!

Der sehr gut lesbare Artikel fährt fort:

„[… Gib einem Käufer 1000 Euro, dann ist noch kein Preis gestiegen und er muss auch nicht steigen. …] Steigt dagegen der Preis der Ware um einen bestimmten Betrag, dann ist, will jemand die Ware kaufen, zwingend Geld in Höhe des neuen Preises erforderlich. … Es geht um die [Geldmenge], die zirkuliert.3)Geld, was angelegt ist, zirkuliert nicht, beeinflusst also keine Preise, die ganze Diskussion um die „Geldschwemme“ ist für den A…“; wer das nicht glaubt kann ja mal versuchen seinen Einkauf im Supermarkt mit Wertpapieren, z. B. Aktien, zu bezahlen *facepalm* [Es geht also um jene Geldmenge,] die Waren bezahlt. Der Preis ist das Bestimmende, das Vorausgesetzte, die Höhe der Geldmenge ist abhängig von der Preissumme [Summe der angefragten Preise]. Höhere Preise erfordern … mehr Geld, niedrigere Preise weniger. Variationen der zirkulierenden Geldmenge unabhängig von den Preisen sind unlogisch. Zuviel Geld kann gar nicht zirkulieren. Was nicht zirkuliert, also Geld, das keine Waren bezahlt, ist kein Bestandteil der Geldmenge, …“

… und ist deshalb nicht inflationstreibend, denn (ein imho zwingendes Argument):

„Es ist immer so viel Geld im Umlauf, wie zur Bezahlung der Preise benötigt wird. Geld zirkuliert, heißt nur, dass es Waren bezahlt. Das setzt voraus, dass diese einen Preis haben. Der Preis geht logisch dem Geld voraus. Selbst das über die Verschuldung des Staates angeblich „aus dem Nichts“ geschöpfte neue, in die Zirkulation fließende Geld wirkt nicht per se preissteigernd. Auch dieses Geld setzt Preise voraus.“

Und weiter zur Spekulation, zu Zinsen und zu monopolistischen Strukturen:

„Preistreiber der aktuellen Inflation sind Spekulationen an den Rohstoffbörsen, die Inflationserwartungen der Unternehmer, die ihre Kosten nicht zu tatsächlich gezahlten Einstandspreisen, sondern zu erwarteten höheren Wiederbeschaffungspreisen[!]4)nicht genau bekannt, wird aber so erwartet, ein Schelm, der hier nicht „großzügige Erwartungen“ unterstellt – außerdem ist „das Ding“ mit den „Inflationserwartungen“ durchaus diskussionswürdig: „Wirtschaftswissenschaftler und wirtschaftspolitische Entscheidungsträger sind der Ansicht, dass die Erwartungen der Haushalte und Unternehmen in Bezug auf die künftige Inflation eine wichtige Determinante der tatsächlichen Inflation sind. Ein Überblick über die einschlägige theoretische und empirische Literatur legt nahe, dass diese Annahme auf äußerst wackeligen Beinen steht, und es wird argumentiert, dass ein unkritisches Festhalten an ihr leicht zu schwerwiegenden politischen Fehlern führen könnte.“ [Übersetzg. HHö] kalkulieren, monopolistische Marktmacht und Profitstreben. …
Bürgerliche Ökonomen, Wirtschaftsjournalisten und Politiker unisono: Jetzt käme es darauf an, mit hohen Zinsen der Notenbank die Inflation zu brechen. …
Die Auffassung, dass Zinssteigerungen die Inflation dämpfen würden, scheint inzwischen in den Alltagsverstand eingegangen zu sein. Auch linke Autoren teilen sie. Aber ist sie richtig? Hohe Zinsen = niedrige Preise und niedrige Zinsen = hohe Preise? Die Annahme, dass hohe Zinsen über die Reduzierung der Geldmenge und des Kreditvolumens das Preisniveau negativ beeinflussten, ist verbreitet, [erscheint] logisch und [ist] dennoch zweifelhaft. Die These, Banken könnten durch hohe Zinsen Preisstabilität wahren oder zurückgewinnen, und sinkende Zinsen riefen umgekehrt ein hohes Preisniveau hervor, retteten so die Menschheit vor der angeblich noch böseren Deflation, verkennt die schlichte, aber entscheidende Tatsache, dass die Kapitalisten die Preise erhöhen, um ihre Profite zu steigern5)bzw. bei steigenden Kosten diese über die Preise weitergeben um ihre Profite zu halten; alternativ könnten die Unternehmen Kostensteigerungen nur teilweise weitergeben und sich mit etwas weniger Profit zufrieden geben. Die herrschende Lehre aber hat sich darauf versteift: Steigende Zinsen bewirkten, dass die Kreditnachfrage zurückgeht, die Geldmenge sich verringere, weniger konsumiert werde und weniger Geld im Umlauf die Preise sinken ließe. Folglich gehörten hohe Zinsen und niedrige Preise zusammen. Das kann manchmal sein und ist für eine »freie Konkurrenz« zwischen ökonomisch etwa gleichstarken Unternehmen immerhin vorstellbar. Und der freie Wettbewerb zwischen vielen Unternehmen ist das Grundmodell des neoklassischen Mainstreams.6)Wettbewerb ist dazu da, gewonnen zu werden; die steigende Monopolisierung zeigt dies überdeutlich – s. u. Punkt 1.2., hier und in den Links dort unter Fußnote 2. Es hat den Nachteil, mit der Realität nicht viel gemein zu haben. Generell und allein sind hohe Zinsen, vor allem unter monopolkapitalistischen Verhältnissen, keine wirksame Waffe gegen die Inflation.“

Und so weiter, das lest bitte selber in dem verlinkten Artikel nach.

Als wahrscheinliche Gründe für Inflation gibt MYTHOS die folgenden Gedanken zum Nachdenken:

1. Für wirtschaftlich entwickelte Länder (z. B. D, F, I, USA, Japan7)apropos Japan, was ist denn da los? Japan behält seine (Niedrig-)Zins- und (hohe) Ausgabenpolitik seit 30 Jahren bei, keine Inflation? *tststs* Japan müsste laut der „Leermeinung“ 😉 schon längst untergegangen sein

1.1. Profit/Preis-Spirale – Hinweis: in der Einkommensverteilung ist der Anteil der Löhne in den letzten Jahrzehnten um 2.360 Mrd € (2,6 Bil €) zu Gunsten der Kapitalseite gesunken! Dazu gehören …
1.2. … monopolistische Strukturen – The 147 Companies That Control Everything – hier in de. Achtung: Die Zahlen stammen aus 2011 – an anderer Stelle habe ich auch schon von kleineren Zahlen an „Herrschern“ gelesen. Dazu gehört …
1.3. … Spekulation/Gier – ein hoher Anteil an der Inflationsrate ist schlicht spekulationsgetrieben („Greed is good“ „Gier ist gut“ *kopfkratz*, so muss es wohl sein 🙁 )

2. Schwellenländer/Dritte Welt

2.1. Sie sind Spielbälle der wirtschaftlich entwickelten Welt, des internationalen Kapitals (s. 1.2.) und Ihrer Machtinstrumente wie z. B. IWF, Weltbank, GATT, NAFTA, CETA usw. Spekulation, Ausbeutung und das Korrumpieren der herrschenden Eliten spielen hier eine ganz große Rolle! Anders gesagt: Sie werden von einem kapitalgeschaffenen Sachzwang zum nächsten gedrängt, bis in Inflation und Staatsbankrott. „Gutes“ Beispiel: Argentinien.

End of Story!

Bevor ich es vergesse:

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Die Anonymität im Internet ist aufzuheben!

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Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 hier der Originaltext
2 hier ein Beispiel: „Die Illusion der evidenzbasierten Medizin – Die evidenzbasierte Medizin ist durch Unternehmensinteressen, fehlgeschlagene Regulierung und die Kommerzialisierung der akademischen Welt korrumpiert worden, …“
3 Geld, was angelegt ist, zirkuliert nicht, beeinflusst also keine Preise, die ganze Diskussion um die „Geldschwemme“ ist für den A…“; wer das nicht glaubt kann ja mal versuchen seinen Einkauf im Supermarkt mit Wertpapieren, z. B. Aktien, zu bezahlen *facepalm*
4 nicht genau bekannt, wird aber so erwartet, ein Schelm, der hier nicht „großzügige Erwartungen“ unterstellt – außerdem ist „das Ding“ mit den „Inflationserwartungen“ durchaus diskussionswürdig: „Wirtschaftswissenschaftler und wirtschaftspolitische Entscheidungsträger sind der Ansicht, dass die Erwartungen der Haushalte und Unternehmen in Bezug auf die künftige Inflation eine wichtige Determinante der tatsächlichen Inflation sind. Ein Überblick über die einschlägige theoretische und empirische Literatur legt nahe, dass diese Annahme auf äußerst wackeligen Beinen steht, und es wird argumentiert, dass ein unkritisches Festhalten an ihr leicht zu schwerwiegenden politischen Fehlern führen könnte.“ [Übersetzg. HHö]
5 bzw. bei steigenden Kosten diese über die Preise weitergeben um ihre Profite zu halten; alternativ könnten die Unternehmen Kostensteigerungen nur teilweise weitergeben und sich mit etwas weniger Profit zufrieden geben
6 Wettbewerb ist dazu da, gewonnen zu werden; die steigende Monopolisierung zeigt dies überdeutlich – s. u. Punkt 1.2., hier und in den Links dort unter Fußnote 2.
7 apropos Japan, was ist denn da los? Japan behält seine (Niedrig-)Zins- und (hohe) Ausgabenpolitik seit 30 Jahren bei, keine Inflation? *tststs* Japan müsste laut der „Leermeinung“ 😉 schon längst untergegangen sein

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