Neues(?) zur Inflation – Teil 4, die Währung und die Rolle der Zentralbank

Der letzte Punkt zur Inflation ist die Rolle der Währung und der Zentralbank (ZB) – eine Zusammenfassung erfolgt im nächsten, im letzten Beitrag zum Thema.

Das Geld, die Zentralbank und der Wert des Geldes - Pixabay

Soso, die Zentralbank hat also die Aufgabe1)weil die Politik kneift soll eine unabhängige(?), also überstaatliche(?) Institution, übernehmen? Das ist undemokratisch und deshalb schon vom Ansatz her völlig daneben: Die gewählten Vertreter kneifen, eine nicht gewählte Instanz soll den Job machen? Das ist absurd! siehe auch hier, für Stabilität der Währung und der Preise zu sorgen. Kann sie das überhaupt? NEIN! Was kann die ZB denn tun? Sie kann Preisstabilität nur insoweit versuchen zu stützen, indem sie durch Zinssenkungen versucht die Wirtschaft/Konjunktur zu stimulieren (die Konjunktur stützen mit billigem Geld) oder durch Zinserhöhungen die Wirtschaft/Konjunktur zu dämpfen (durch teures Geld). Was aber, wenn bspw. die Einkommen zu niedrig sind, als dass diese via höherer Nachfrage zu neuen Investitionen, zu sicheren Arbeitsplätzen und Einkommen führen? Dann ist die ZB mit ihrem Latein am Ende! Es ist klar, dass Unternehmen nur investieren, wenn sie Aussicht auf Absatz und Profit haben, dafür ist zu erst die Nachfrage ausschlaggebend und nicht der Zins.2)sind aber die (Lohn-)Kosten im Fokus der (privaten) Wirtschaft – Stichwort: Wettbewerbsfähigkeit, siehe hier , hier und hier, werden die Löhne weiter niedrig gehalten – Stichwort: „Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.“ Gerhard Schröder, 28. Jan. 2005 auf dem WWF in Davos

Und sonst? Die ZB kann etwas für, allgemein wohlwollend als „Pflege des Währungskurses“ bezeichnet, tun. Das aber ist ein zweischneidiges Schwert, denn andere Währungen können sich wehren, siehe die Zinspolitik der amerikanischen Zentralbank Fed. (dazu weiter unten mehr)

Wir halten hier fest: Dass die ZB via Zinspolitik für Preisstabilität sorgt/sorgen könnte ist ein (grundfalscher) Mythos!

Als letzter Punkt bleibt also die „Währungskurspflege“ durch die Zinspolitik der ZB.

Logisch erscheint, dass wenn in einer bestimmten Währung einer stabilen Wirtschaft3)das gilt selbstverständlich nicht für eine fragile Währung eines fragilen Währungsraums eines Schwellen- oder Drittweltlandes; diese ist nur für krumme Gerschäfte tauglich – Stichwort: Zinsspekulationsgeschäfte hohe Zinsen geboten werden, diese attraktiv ist und Kapital anzieht.4)es gehört also mehr dazu, als nur ein hoher Zins! Z.B. eine gute Politik, 😉 eine gebildete Gesellschaft, eine gute und intakte Infrastruktur … Die Hoffnng ist, dass dieses Kapital durch (Neu-)Investitionen Arbeitsplätze und Einkommen schafft, eine trügerische Hoffnung. Werden bestehende Vermögenswerte durch das ausländisches Kapital aufgekauft, geht diese Rechnung nicht auf, was bleibt ist der Ausverkauf der heimischen Wirtschaft (s. Kuka)

Und was bleibt jetzt noch? Wieder nur Hoffnung! Die Hoffnung darauf, dass ein höherer Zins die Attraktivität des €uro – und damit seinen Kurs – stärkt und somit in Fremdwährung zu leistende Zahlungen, z. B. in US-Dollar, billiger werden, was dann die Inflation (ein klein wenig!) dämpfen soll. Das funktioniert aber nur, wenn andere Währungen, hier der US-Dollar, die „Kurspflege“ nicht durch eigene Zinsschritte entwerten. Der Kurs des €uro ggü. dem Dollar ist heute niedrig wie nie!

Fazit: Das kann nur funktionieren, wenn andere Währungen nicht in gleicher Weise verteidigt werden! Die Erfahrung zeigt: Es bleibt das Abwürgen der Wirtschaft durch hohe Zinsen als einziger „Erfolg“ 🙁 , ein Volcker-Schock [Links im Wikipediaeintrag entfernt]:

Die durch ihn 1979 eingeleitete Phase einer Politik u. a. der hohen Zinsen wird auch als „Volcker-Schock“ bezeichnet.

… In Volckers Amtsperiode als Fed-Vorsitzender fiel die Beendigung der Hochinflationsperiode … in den Vereinigten Staaten Ende der 1970er, Anfang der 80er Jahre. Die dabei eingesetzten außerordentlich hohen Leitzinsen (zeitweise über 20 Prozent) führten [zu einem] bremsenden Einfluss auf die Entwicklung z. B. des Bau- und Agrarsektors hatten und zu einer höheren Arbeitslosigkeit führten. Die Inflation, die Anfang 1980 bis zu 15 Prozent betragen hatte, konnte jedoch unter Kontrolle gebracht werden. …

… um den Preis einer deftigen, wegen der Bedeutung der US-Wirtschaft, weltweiten Rezession und Massenarbeitslosigkeit. Der „kleine Mann“ hat wieder bezahlt!

Das ist es, worauf wir zusteuern. Zynischer Nachsatz: „Gemach, da können wir nix für, das ist alles der bekloppte Putin und sein Krieg schuld, wir haben ja nur die „guten alten“ Leerbücher 😉 befolgt!“

Im letzten Teil kriegen wir das schön kompakt zusammengefasst, versprochen.

Bevor ich es vergesse:

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Die Anonymität im Internet ist aufzuheben!

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Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 weil die Politik kneift soll eine unabhängige(?), also überstaatliche(?) Institution, übernehmen? Das ist undemokratisch und deshalb schon vom Ansatz her völlig daneben: Die gewählten Vertreter kneifen, eine nicht gewählte Instanz soll den Job machen? Das ist absurd! siehe auch hier
2 sind aber die (Lohn-)Kosten im Fokus der (privaten) Wirtschaft – Stichwort: Wettbewerbsfähigkeit, siehe hier , hier und hier, werden die Löhne weiter niedrig gehalten – Stichwort: „Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.“ Gerhard Schröder, 28. Jan. 2005 auf dem WWF in Davos
3 das gilt selbstverständlich nicht für eine fragile Währung eines fragilen Währungsraums eines Schwellen- oder Drittweltlandes; diese ist nur für krumme Gerschäfte tauglich – Stichwort: Zinsspekulationsgeschäfte
4 es gehört also mehr dazu, als nur ein hoher Zins! Z.B. eine gute Politik, 😉 eine gebildete Gesellschaft, eine gute und intakte Infrastruktur …

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