Alles wird teurer – wer soll das bezahlen? Ist das die Frage?

Grundsätzlich ist Inflation (de: Teuerung, allgemein: Preisauftrieb) ein dem kapiatlistischen Wirtschaftssystem innewohnendes – und möglicherweise notwendiges(?) – Phänomen. Dazu später mehr, heute geht‘ s um die immer wieder beliebte Frage: Wer soll das bezahlen? (Achtung: Falsche Frage! s. u.)

"Experten" suchen (und finden?) die Inflation – Pixabay.comy.com

Und? Wer zahlt denn nun? Tja, diese Frage lässt sich sehr leicht beantworten: Der Verbraucher! Genauer: Der letzte in der Kette, der Endverbraucher. Gegenfrage: Wer denn sonst? Es ist die logische, die einzig mögliche Antwort auf die gestellte Frage: Der letzte Verbraucher trägt alle Kosten der Fertigung eines Produktes (ebenso einer Dienstleistung):

  1. Rohstoffgewinnung
  2. Verbringung der Rohstoffe zu Weiterverarbeitung
  3. Rohstoffverarbeitung
  4. Verbringung zur Endverarbeitung
  5. Endfertigung (Produktion)
  6. Verbringung zum Endverbraucher

ggf. fallen noch Zwischenschritte über die Fertigung von Halbzeugen/Vorprodukten an und es werden Kosten der Entsorgung mit eingerechnet (Beispiel: Grüner Punkt); alle Vorkosten landen im Endpreis, im Verbraucherpreis!

Damit ist die Frage: „Alles wird teurer – wer soll das bezahlen?“ final beantwortet: Der Endverbraucher!1)und so ist auch das Gezerre um: „Der Vermieter muss sich an den steigenden Kosten der Mieter beteiligen!“ als billiges Geklingel aus der Politik enttarnt … denn woher soll es der Vermieter nehmen, wenn nicht von den Mietern?

Und wieso ist das die falsche Frage?

Was eigentlich hinter der Frage steckt ist aber etwas anderes, es ist die Frage: Wie soll der „kleine Mann“, der „Otto Normalverbraucher“, der Mensch, der eh sein gesamtes Einkommen für seinen Lebensunterhalt aufwendet (und es so wieder in den Wirtschaftskreislauf direkt bzw. kurzfristig zurück gibt)2)es gilt nicht nur: „Die Kosten (Löhne) des einen sind das Einkommen (Lohn) des anderen!“ genauso gilt: „Die Ausgaben (Konsumausgaben) des anderen sind die Einnahmen (Umsatz) des einen!“ Damit ist auch klar, dass wer mehr verdient als er direkt zurückgeben (verkonsumieren) kann „schädigt“ die Wirtschaft – zumindest kurzfristig – weil er den Kreislauf des Geldes unterbricht. die steigenden Kosten tragen, wenn seine Teilhabe, sein Einkommen, nicht im gleichen Verhältnis zur Teuerung steigt?

Die nachstehende Grafik der bpb weist aus, dass die Reallöhne in Deutschland in 29 Jahren nur um 0,18 % p.a. gestiegen sind:

Woher also das Geld nehmen, wenn die Kosten steigen?

Nebenbei: ZEIT-ONLINE berichtet, dass die oberen 10 % 67 % des Vermögens besitzen. Ob die das auch mit jährlichen Zuwächsen von 0,18 % erreicht haben?

Es ist die am Ende die Verteilungsfrage … vor der sich die Politik (und der einnehmende Finanzsektor) drückt. Es geht aber nicht mehr um das Wohl der Shareholder (den Anteilseigner oder Aktionär), den Shareholder Value (dem Marktwert eines Unternehmens), heute geht es um das Wohl der Stakeholder (aller Teilhaber/Anspruchsberechtigten die am Erfolg eines Unternehmens beteiligt sind)! Und das sind alle: Kapitalinhaber („Investoren“), Unternehmer und Unternehmen, Arbeitnehmer mit deren Familien und die Gesellschaft. (Grafik aus der Wikipedia „Stakeholder“)

Zum Schluss noch zur Lohnquote: „Das Kapital“ passt schön auf, dass die, die die Werte erschaffen nicht „zuviel“ davon abbekommen! *grrrh* (hier die Lohnquote bis 2012 noch einmal separat – so ist es bis heute, oder hat jemand davon gehört, dass es anders geworden ist?)

Last not least (bevor ich es vergesse):

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Die Anonymität im Internet ist aufzuheben!

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Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 und so ist auch das Gezerre um: „Der Vermieter muss sich an den steigenden Kosten der Mieter beteiligen!“ als billiges Geklingel aus der Politik enttarnt … denn woher soll es der Vermieter nehmen, wenn nicht von den Mietern?
2 es gilt nicht nur: „Die Kosten (Löhne) des einen sind das Einkommen (Lohn) des anderen!“ genauso gilt: „Die Ausgaben (Konsumausgaben) des anderen sind die Einnahmen (Umsatz) des einen!“ Damit ist auch klar, dass wer mehr verdient als er direkt zurückgeben (verkonsumieren) kann „schädigt“ die Wirtschaft – zumindest kurzfristig – weil er den Kreislauf des Geldes unterbricht.

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