Ein Kessel Buntes # 19 – Wahlprogramm sucht Partei

Heute hat es der Flying Tiger leicht: Für eine Kreislaufwirtschaft und Kampf dem Übergewicht … easy! Wer sollte wie dagegen argumentieren?

Wahlprogramm für die Mehrheit, ein Ding der Unmöglichkeit? Such, such! – SarahRichterArt, Pixabay.com

Tlw. sind die folgenden Zitate sinngem. etwas umformuliert und/oder gekürzt, Hervorhebungen nicht im Text – HHö

08 Kreislauf statt Hamsterrad!
Für eine Wirtschaft des Re-usings, des Recyclings und der Reparatur

Wer hätte sich vor 20 Jahren vorstellen können, dass der Sand zum Bauen schon heute weltweit knapp ist?1)Was ist die meistgebrauchte Ressource nach Wasser? Die Antwort mag überraschen: Sand! 40 Milliarden Tonnen Sand werden weltweit jährlich abgebaut – neunmal mehr als Rohöl. Und da auch dieser Rohstoff nur begrenzt vorhanden ist, wird er immer knapper und sein Abbau immer aufwendiger und umweltschädlicher.“ Es gab schon eindrucksvolle Dokumentationen zum Thema, nein, nicht auf ard, zdf, rtl, vox oder pro7 – auf arte und phoenix Auch Phosphor wird rar, Kupfer sowieso2)spätestens wir wir nicht mehr mit dem Brummbrumm sondern mit dem Wwwwww fahren! Laut OECD wird sich der globale Materialverbrauch zwischen 2011 und 2060 verdoppeln. Es ist deshalb höchste Zeit, eine echte Kreislaufwirtschaft zu etablieren.

In der Natur gibt es keinen Abfall, alles dient jedem im unendlichen Kreislauf der Natur; einzig der Mensch produziert nicht mehr verwertbaren Abfall (also Müll der den natürlichen Kreislauf stört und der giftig ist!). Wer glaubt denn, dass die 100.000-ende Stoffe, die die Natur nicht kennt – mit der der Mensch sie gleichwohl überschwemmt – so einfach mir nichts dir nichts verdaut? Kleine Auswahl: Plastik vielerlei Art, Schlacken, agrarische „Schutz“mittel [Pesti-/Fungi-/Herbizide], ausgeschiedene Pharmazeutika und deren Produktionsabfälle und -reste, Reste der Kohle-/Erdölindustrie, der Chemischen- und der Autoindustrie … und Folgen des Abbaus von Rohstoffen und der Ausplünderung der natürlichen Resourcen wie z. B. Waldrodung (IKEA ist einer der größten Waldvernichter heutzutage) und industriellen Fischfang …

Genug des Schreckens, was ist zu tun? Das Programm:

  • Gesetz zur Kreislaufführung von Rohstoffen statt Kreislaufwirtschaftsgesetz!3)„Kreislaufwirtschaftsgesetz“ der Name ist verräterisch, selbst der menschengemachte Abfall soll noch gewinnbringend bewirtschaftet werden; „Pecunia non olet“ („Geld stinkt nicht“) haben die Römer gesagt!
    Das Kreislaufwirtschaftsgesetz regelt nicht den Kreislauf von Rohstoffen sondern die Verwertung von Rohstoffen. An seine Stelle muss ein Gesetz treten [und durchgesetzt werden], das die sichere Kreislaufführung von Rostoffen gewährleistet. …
  • Erhebung von Abgaben für schädliche Wirkungen aller Art!
    Nicht nur CO2 braucht einen Preis –auch alle anderen Emissionen, die Mensch und Umwelt schädigen (Mikroplastik, organische Lösungsmittel, Pestizide, toxische Stoffe die aus Produkten in Lebensmittel übergehen wie Antimon etc.) müssen bepreist werden. …

… sozusagen eine naturgemäße Wirtschaft, nichts spricht dagegen! Für die vorstehenden Punkte müssen passende gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU geschaffen werden.

09 Vier Krisen, eine Lösung
Für mehr Tempo bei der Agrarwende und der Bekämpfung von Artenschwund, Klimawandel und Übergewicht

Wir befinden uns im sechsten großen Massenaussterben der Erdgeschichte, in dessen Folge ganze Ökosysteme zusammenbrechen werden und wir ignorieren diese Katastrophe Erdgeschichtlichen Ausmaßes weitgehend. …

Siehe Rezo bei 2’11‘ – 3’30“  und 5’00“ – 7’45“ (bester Tipp: ganzes Video ansehen!).

Konzentrieren wir uns zuerst auf den letzten Punkt: ~ 1 Mrd. Menschen leiden an Übergewicht, ~ 1 Mrd. Menschen leiden akut an Untergewicht. Hiermit schließen sich leicht die anderen Punkte an:

Die Übernutzung der Erde durch den agrarisch-industriellen Komplex4)in Anlehnung an die Warnung des 34. POTUS, Dwight D. Eisenhower, vor dem „militärisch-industriellen Komplex“ der entwickelten Volkswirtschaften beweist ein falsches Verständnis von Landwirtschaft: Diese sollte dazu dienen alle Menschen satt zu machen und nicht dazu, einem Teil durch zuviel Fleisch, Zucker und Fettkonsum krank zu machen – was gleichzeitig dem anderen Teil der Menschen als Ernährung fehlt5)Hintergrund – Flächenbedarf Ernährungsgewohnheiten
38 % der auf der Erde vorhandenen Landoberfläche steht für die landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung, das sind rund 5 Milliarden Hektar. 69 % davon ist Weideland und nur 28 % Ackerfläche. Ein Drittel der Ackerfläche dient der Erzeugung von Tierfutter. Die Viehhaltung verbraucht damit 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (Weideland + ein Drittel des Ackerlandes), hat aber nur einen Anteil von knapp 20 % an der Nahrungsversorgung. … der sich im Überkonsum an Fleisch in den wohlhabenden Ländern niederschlägt!
… und sich in puncto Fettleibigkeit bei dem einen Teil der Menschen und im Klimawandel niederschlägt. (s. Fußnote 5)

Das Vordringen des Menschen in die letzten Winkel des Planeten gefährdet die letzten natürlichen Landschaften, die Umgestaltung der Umwelt nach menschlichem Gutdünken stellt einen planlosen Eingriff in ein über Millionen Jahre gewachsenes System dar nur damit es wenigen besonders gut(?) geht. Resultat: Artenschwund durch direkte Vernichtung oder indirekt durch Verlust von Lebensraum und Nahrung.

Und das alles soll an uns Menschen spurlos vorübergehen? Rezo: „Wir sind die fucking OGs (Original Gangster)“ … und wir werden es ausbaden müssen … oder ändern!

Das Programm:

  • Systemwechsel der Europäischen Agrarpolitik durch Stärkung kleinerer und mittlerer Betriebe und Entlohnung von Gemeinwohlleistungen
    Nach wie vor profitieren große Agrarfarmen von der euopäischen Agrarpolitik, das muss geändert und an die ökologische Nutzung gekoppelt werden (Bio-Agrarwirtschaft). Ein Punktesystem in den Öko-Regelungen zur Honorierung von Gemeinwohlleistungen ist einzuführen; Spekulation mit Agrarflächen („Landgrabbing“) von außerlandwirtschaftlichen Investoren ist durch geeignete Maßnahmen rechtssicher zu unterbinden.
  • Dementsprechend ist eine ausbeuterische biodiversivitätsschädigende Landwirtschaft zu verteuern und mit entsprechenden Abgaben zu belegen.
    Das Ziel muss eine Internalisierung der externen Kosten [z. B. Grundwasserverunreinigung durch zuviel Gülle] nach dem Vorbild des „True Cost Accounting“ sein.
  • Die Belange von Klima-, Wasser- und Biodiversitätsschutz müssen in der Kommunal- und Regionalplanung berückichtigt werden
    Neue Flächen dürfen nur versiegelt werden, wenn dafür die doppelte Fläche an anderer Stelle entsiegel und ökologisch aufgewertet wird. Schottergärten müssen verboten oder mit Abgaben belegt, vielfältige Biodiversitätsgärten unterstützt werden.
  • Strikte Vorgaben für flächengebundene Tierhaltung bei EU-Direktzahlungen und Fördergeldern
    Zu viele Tiere pro Fläche führen zur Überdüngung und fördern den Gälletourismus.

Einiges zum Thema Klimawandel gab es bereits am letzten Freitag, der angekündigte Nachtrag folgt diesen Freitag.

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Die Anonymität im Internet ist aufzuheben!

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Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 Was ist die meistgebrauchte Ressource nach Wasser? Die Antwort mag überraschen: Sand! 40 Milliarden Tonnen Sand werden weltweit jährlich abgebaut – neunmal mehr als Rohöl. Und da auch dieser Rohstoff nur begrenzt vorhanden ist, wird er immer knapper und sein Abbau immer aufwendiger und umweltschädlicher.“ Es gab schon eindrucksvolle Dokumentationen zum Thema, nein, nicht auf ard, zdf, rtl, vox oder pro7 – auf arte und phoenix
2 spätestens wir wir nicht mehr mit dem Brummbrumm sondern mit dem Wwwwww fahren!
3 „Kreislaufwirtschaftsgesetz“ der Name ist verräterisch, selbst der menschengemachte Abfall soll noch gewinnbringend bewirtschaftet werden; „Pecunia non olet“ („Geld stinkt nicht“) haben die Römer gesagt!
4 in Anlehnung an die Warnung des 34. POTUS, Dwight D. Eisenhower, vor dem „militärisch-industriellen Komplex“
5 Hintergrund – Flächenbedarf Ernährungsgewohnheiten
38 % der auf der Erde vorhandenen Landoberfläche steht für die landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung, das sind rund 5 Milliarden Hektar. 69 % davon ist Weideland und nur 28 % Ackerfläche. Ein Drittel der Ackerfläche dient der Erzeugung von Tierfutter. Die Viehhaltung verbraucht damit 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (Weideland + ein Drittel des Ackerlandes), hat aber nur einen Anteil von knapp 20 % an der Nahrungsversorgung. … der sich im Überkonsum an Fleisch in den wohlhabenden Ländern niederschlägt!

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