Ein Kessel Buntes # 15

1. Der Tagesaktualität geschuldet
Zwei Bilder die alles sagen (aus der SZ, dort Bild 12): 1975: Die Guten verlassen das Reich der Bösen und 2021: Die Guten verlassen das Reich der Bösen, zweimal pflastern Leichen ihren Weg!

Merke: Die Erfahrung lehrt, dass die Erfahrung nichts lehrt!1)die Definition von Wahnsinn, Albert Einstein zugeschrieben: „Zehnmal mit dem Kopf vor die Wand laufen und jedesmal ein anderes Ergebnis erwarten!“ *Prost_hicks_Wohlsein*

Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com
Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com

2. Zur Wissenschaft – Ökonomie, Corona, Klimawandel usw.
Egal worum es geht, es passiert idR immer wieder dasselbe:

Wenn tausende(!) Wissenschaftler in der ganzen Welt ein Phänomen untersuchen, Beispiel Corona genauso wie die „Klimadebatte“ – kann man übers Klima überhaupt debattieren? – dann passiert folgendes2)soweit es mir geläufig ist sind es ~ 12.000 Studien zum Klimawandel als anthropogen verursacht (von Menschen gemacht) gegen (vielleicht?) ~ 100 die diesen Ergebnissen widersprechen; ACHTUNG: das ist NICHT eins zu eins!: Dann werden in den Medien, vor allem in den „sozialen Medien“, die Ergebnisse der Vielen einerseits als die eine These und die abweichenden Ergebnisse einer Minderheit andererseits als die zweite These nebeneinander gestellt  … und der brave Bürger meint: „Ei gugg! Es steht eins zu eins!“ Man muss die Minderheit natürlich ernst nehmen und sich selbstverständlich ihre Beweise ansehen … leider werden häufig die Ergebnisse der Vielen als abhängige Meinung gebrandmarkt, die Gegenmeinung der Wenigen natürlich als unabhängig gelobt. Valide Beweise? Nö! „Das machen „DIE“ alles so kompliziert und fädeln das so raffiniert ein, dass man das nicht nachweisen kann, und genau das ist der Beweis!

Auf die Frage, ob zum Thema Corona-Virus nicht ein gesellschaftlicher Dialog nötig sei, antwortete David Schraven, Gründer der populären Faktencheck-Organisation Correctiv [hier das Link – HHö]:

„Das ist so ähnlich wie bei der Klimadiskussion: Wenn ich dort sage, ich höre beide Seiten in einer TV-Talkshow an, dann gewichte ich Wissenschaftler und Klimawandelleugner gleich. Es gibt 10.000 Studien, die aussagen: Der Klimawandel ist menschengemacht. Und dann gibt es zwei Pfeifen, die behaupten, das sei gar nicht so. Warum soll ich die dann neben die Wissenschaftler setzen und so tun, als wäre die Frage zum Klimawandel wissenschaftlich unentschieden … Man muss nicht so tun, als sei eine Debatte offen, wenn sie wissenschaftlich geklärt ist.“

Noch deutlicher wird Josep Borrell, der als EU-Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik entscheidend an der Verpflichtung der Digitalkonzerne im Kampf für die „Wahrheit“ über das Corona-Virus mitwirkte:

„Fakten sind eine Sache und Meinungen eine andere. Meinungen sind frei; Fakten sind Fakten.“

Alles klar? Unbedingte Leseempfehlung für diesen Beitrag bei Norbert Häring!

3. Soziale Marktwirtschaft ein Kampfbegriff?(!)
Der Wahlk(r)ampf kämpft so vor sich hin, es geht nicht ohne den Mythos von der „sozialen Marktwirtschaft“3)Die „Soziale Marktwirtschaft“ ist in Deutschland ohne Berufung auf den angeblichen „Erfinder“ Ludwig Erhard, auch der ein Schwindler, nicht zu haben, Zitat: „Insbesondere die blinde Freigabe der Preise und die darauffolgende starke Inflation von bis zu 200% bei alltäglichem Bedarf wie Lebensmitteln und Textilien, und mündete schließlich in den Generalstreik von 1948. Dies belegt einmal mehr, dass Ludwig Erhard keine soziale Marktwirtschaft nach heutigem Verständnis im Sinn hatte, sondern eher eine marktliberale.“hierzu Rudolf Hickel:

Ökonom über Soziale Marktwirtschaft
„Das war ein Kampfbegriff“
Seit sieben Jahrzehnten ist sie Staatsdoktrin. Tatsächlich ist die Erfolgsstory der Sozialen Marktwirtschaft Etikettenschwindel, sagt Rudolf Hickel.

… Ja! Es grenzt an Zynismus, dass angesichts der heute vorherrschenden sozialen Spaltung die Soziale Marktwirtschaft als Erfolgsstory proklamiert wird. Das ist weit über den Mythos hinaus ein schlichter Etikettenschwindel. Die Soziale Marktwirtschaft war ein Kampfbegriff. Kapitalismus sozial temperieren, das war die westdeutsche Systemalternative gegen den völlig überschätzten DDR-Sozialismus.

Und nun, im Wahlkampf 2021, wer wollte da nicht die „soziale Marktwirtschaft“ beschwören? Von ihren theoretischen Grundlagen her ist diese eigentlich unter Neoliberalismus zu subsummieren:

… schon in den 1930er und 40er Jahren entwickelt und unter dem – heute mehrdeutigen – Ausdruck Neoliberalismus …

Erhard hat „früh und deutlich erkannt …“ , dass er einen Kampfbegriff nutzt und für sich instrumentalisiert! Und die Botschaft hat sich über CDUCSUSPDFDP bis zur AfD und Bündnis 90/Die Grünen rumgesprochen und in Deutschland eine ewige Heimstatt gefunden. *arrgh*

Schöner neuer Wahlkampf 2021!

Nachtrag, 17.08.21, 09:50 h:

Interessant zum Wahlk(r)ampf ’21: 2021 alle rechts oben (konservativ/autoritär), außer Die Linke – im Vergleich dazu, 2013 … (kein Kommentar)

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Die Anonymität im Internet ist aufzuheben!

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Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 die Definition von Wahnsinn, Albert Einstein zugeschrieben: „Zehnmal mit dem Kopf vor die Wand laufen und jedesmal ein anderes Ergebnis erwarten!“ *Prost_hicks_Wohlsein*
2 soweit es mir geläufig ist sind es ~ 12.000 Studien zum Klimawandel als anthropogen verursacht (von Menschen gemacht) gegen (vielleicht?) ~ 100 die diesen Ergebnissen widersprechen; ACHTUNG: das ist NICHT eins zu eins!
3 Die „Soziale Marktwirtschaft“ ist in Deutschland ohne Berufung auf den angeblichen „Erfinder“ Ludwig Erhard, auch der ein Schwindler, nicht zu haben, Zitat: „Insbesondere die blinde Freigabe der Preise und die darauffolgende starke Inflation von bis zu 200% bei alltäglichem Bedarf wie Lebensmitteln und Textilien, und mündete schließlich in den Generalstreik von 1948. Dies belegt einmal mehr, dass Ludwig Erhard keine soziale Marktwirtschaft nach heutigem Verständnis im Sinn hatte, sondern eher eine marktliberale.“

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