Wahlen 2021: Falsche Theorie (falsche Erzählung) trifft auf Wirklichkeit – Teil 2 (Inflation)

In den letzten Wochen: Hilfe! Rückkehr der Inflation! Blabla, schwurbelschwurbel. Die Banken, nicht zu letzt die Zentralbanken, wie die EZB und die Fed, wären froh, hätten wir so etwas wie Inflation! Dann könnten sie wieder via Zins eine überbordende Konjunktur … ach nee, das ist doch eher Schwachsinn!

Inflationsgeld damals, ist es bald wieder so weit? NÖ! Der Fünfhundert-€uro-Schein ist gerade erst eingestampft worden – K.H.J, Pixabay.com

einbremsen, das ist das Wort, welches im vorangegangenen Satz vor den … fehlt – die überbordende Konjunktur einbremsen –, Schwachsinn denn so funktioniert das nicht mit der Inflation und dem Einbremsen durch die Zentralbanken.1)wieder so ein Schwarzer Peter Spiel: Verantwortlich ist allein die Politik(!); diese stattet die Zentralbank, die Bank des Staates, mit „Unabhängigkeit“ aus und das Spiel beginnt: Beim Moderieren der Konjunktur tut die ZB zuviel, der Staat zu wenig – keiner will die letztendliche Verantwortung tragen: Krise! siehe bspw. hier zur BuBa, die letzten beiden Absätze, S. 1 und hier zum Volcker-Schock, die ersten beiden Absätze

Sicher, es gibt Inflation … im Vermögensbereich („Assetpreisinflation„):

Vermögenspreisinflation (englisch asset price inflation) bezeichnet einen andauernden Preisanstieg bei Vermögenswerten wie AktienAnleihenGold und Immobilien.

Preise von Vermögenswerten sind anfällig für Spekulationsblasen. Welche Folgen ein anschließender Preisverfall haben kann, zeigen historische Beispiele wie die Tulpenmanie, der Einbruch der japanischen Immobilienpreise 1990, das Platzen der Dotcom-Blase 2000 und die Finanzkrise ab 2007. [die Links im Zitat sind aus der Wikipedia]

Aber Gemach: Davon sind die meisten Menschen nicht betroffen, das trifft nur die Reichen.2)Kolateralschaden sind allerdings hohe Immobilienpreise und -mieten, die betreffen uns alle!

Grundsätzlich gilt: Inflation (im Sinne der hohen Inflation, vor der die Menschen Angst haben) gibt es nur, wenn hohe Massenkaufkraft – also viel Geld in den Händen der Masse der Bevölkerung auf zu wenig Produktion trifft. Es besteht aber niemals die Absicht des Kapitals, viel Geld in die Hände der Masse der Bevölkerung zu legen.

Was lernen wir?
Der Mythos „Je mehr Geld, desto höher die Inflation“ ist, wörtlich genommen, falsch für die Masse der Menschen. Gerade die aktuelle Vermögenspreisinflation (seit 2009) beweist überdeutlich: Nur dort wo zuviel Geld ist (bei den Reichen) kann Inflation entstehen, weil die hohe Nachfrage auf zu wenig Angebot trifft!

Das derzeitige Inflationsgeschrei, und die historischen Vergleiche um dieses zu untermauern, ist falsch!

Zur Inflation wird MYTHOS in Zukunft noch einiges sagen, wir halten bis dahin im Gedächtnis: (Hyper-)Inflation gibt es nur dann, wenn zuviel Nachfrage auf zu wenig Angebot trifft. Alle (Hyper-)Inflationsereignisse, mindestens seit 1914, lassen sich auf diesen Mechanismus als wesentlichen Faktor zurückführen!

Zum aktuellen Inflationsgeschrei, dem Rückgriff auf die 1923-er Hyperinflation3)richtiger: Inflation 1914-23! Die Hyperinflation in Europa begann eigentlich im Herbst 1914, zuerst schleichend: Beginn WK I, Beginn der Kriegskosten, verlorener WK I, Kriegsfolgekosten,Vertrag von Versaillealliierte Rheinlandbestzung… und erreichte im Herbst 1923 ihren Höhepunkt. und den Untergang der Weimarer-Republik (um den Menschen besser Angst machen zu können!!) steigen wir in die Diskussion ein und zitieren aus MAKROSKOP

… Wenn Ökonomen oder Politiker davor warnen, die Geldpolitik der EZB werde zu einer massiven Geldentwertung führen, dann oft mit einer Analogie zu Weimar. Hatte die Hyperinflation nicht eine wichtige Rolle für das Scheitern der ersten deutschen Demokratie gespielt?

Tatsächlich ist die Sache komplizierter. 

… Zur Hyperinflation kam es in den Jahren 1922/23, also etwa ein Jahrzehnt vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. Dagegen war der unmittelbare wirtschaftliche Kontext des Aufstiegs der Nationalsozialisten ‒ die Weltwirtschaftskrise von 1932 ‒ gerade nicht von Inflation, sondern von Deflation geprägt.

Um diesem Missverständnis tiefer auf den Grund zu gehen, hat Lukas Haffert in einer Forschungs-arbeit mit zwei Kollegen gut 2000 Deutsche zu Ihren Vorstellungen von der Wirtschaftsgeschichte der Weimarer Republik befragt. Von den Teilnehmern wollten sie wissen, unter welchen Problemen die deutsche Wirtschaft während der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1930er-Jahre litt. Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Viele Deutsche können nicht zwischen Weltwirtschaftskrise und Hyperinflation unterscheiden [Hervorhebungen HHö], sondern halten beide für Aspekte derselben Krise. So nannten ca. 40 Prozent der Befragten Inflation bzw. ähnliche Begriffe wie „Hyperinflation“ oder „Geldent-wertung“ als ein Symptom der Weltwirtschaftskrise. Dagegen verband nur einer von 25 Befragten die frühen 1930er-Jahre mit einem sinkenden Preisniveau. Das deutsche Trauma basiert auf einem historischen Missverständnis, mit dem sich heute hervorragend Demagogie betreiben lässt.

Wir sind also nicht nur in das aktuelle Inflationsgefasel eingestiegen, wir habe auch gleich noch mit „historisches Missverständnis, mit dem sich heute hervorragend Demagogie betreiben lässt.“ Motive offengelegt. Man möchte ironisch sagen: Bingo, getroffen!4)das traurige ist, dass man tlw. tatsächlich von der Politik und den Medien unvollständig informiert wird, was bei sehr vielen Menschen zu einem falschen Geschichtsbild führt, daraus werden falsche Schlüsse die die Gegenwart betreffen gezogen und letztendlich dem unbestimmten Gefühl „irgendwie lügen die alle“ eine Basis geben. Gründe: Bei der Politik scheint mir das an Unfähigkeit und Ignoranz gepaart mit Machtwillen zu liegen bei den Medien Unfähigkeit und Ignoranz gepaart mit einem Bündel von Motiven, wobei mir die Interessen der Medieninhaber/-beeinflusser eine dominante Rolle zu spielen scheinen: „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ Paul Sethe, 1965

Wir fassen zusammen: Die Hyperinflation 1923 war im Wesentlichen erzeugt und getrieben durch die Reparationslasten des Versaillervertrages (und folgenden Demontagen) und die Rheinlandbesetzung; beides führte zur Verknappung des Angebots bei gleichzeitig hoher Nachfrage: Die Menschen brauchten Essen, Kleidung, die Dinge des täglichen Bedarfs die aber nicht in genügender Menge angeboten wurden …

Und auch die angesprochene EZB steht dem aktuellen Zeitgeschehen ziemlich machtlos gegen über: Eine ZB ohne Staat einerseits, (Mitglieds-)Staaten ohne (richtige) ZB andererseitsdas ist eine dysfunktionale Konstruktion, egal welche Politik die EZB betreibt: Da kommt immer nur Mist heraus!!

Das alles hat nichts mit dem Untergang der Weimarer Republik, der Weltwirtschaftskrise (Beginn der 1930-iger) und dem Erscheinen des Herrn aus Braunau und seiner braunen Bande zu tun!

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Die Anonymität im Internet ist aufzuheben!

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Fehlerkorrektur, 30.07.21, 19:15 h

Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 wieder so ein Schwarzer Peter Spiel: Verantwortlich ist allein die Politik(!); diese stattet die Zentralbank, die Bank des Staates, mit „Unabhängigkeit“ aus und das Spiel beginnt: Beim Moderieren der Konjunktur tut die ZB zuviel, der Staat zu wenig – keiner will die letztendliche Verantwortung tragen: Krise! siehe bspw. hier zur BuBa, die letzten beiden Absätze, S. 1 und hier zum Volcker-Schock, die ersten beiden Absätze
2 Kolateralschaden sind allerdings hohe Immobilienpreise und -mieten, die betreffen uns alle!
3 richtiger: Inflation 1914-23! Die Hyperinflation in Europa begann eigentlich im Herbst 1914, zuerst schleichend: Beginn WK I, Beginn der Kriegskosten, verlorener WK I, Kriegsfolgekosten,Vertrag von Versaillealliierte Rheinlandbestzung… und erreichte im Herbst 1923 ihren Höhepunkt.
4 das traurige ist, dass man tlw. tatsächlich von der Politik und den Medien unvollständig informiert wird, was bei sehr vielen Menschen zu einem falschen Geschichtsbild führt, daraus werden falsche Schlüsse die die Gegenwart betreffen gezogen und letztendlich dem unbestimmten Gefühl „irgendwie lügen die alle“ eine Basis geben. Gründe: Bei der Politik scheint mir das an Unfähigkeit und Ignoranz gepaart mit Machtwillen zu liegen bei den Medien Unfähigkeit und Ignoranz gepaart mit einem Bündel von Motiven, wobei mir die Interessen der Medieninhaber/-beeinflusser eine dominante Rolle zu spielen scheinen: „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ Paul Sethe, 1965

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