Ein Kessel Buntes # 11

1. Autoanmietung – Analyse
Tja, einmal einen Mietwagen bestellt und zweimal ins Klo gegriffen; heute zu Ende berichtet:
Update 06.06.: Es ist mir gelungen, einen Menschen telefonisch zu erreichen. Frau M. hört sich meine Geschichte geduldig an – obwohl sie diese eigentlich vor sich auf dem Bildschirm haben müsste(!?) –  und fragt höflich: „Darf ich mich da einmal mit einem Kollegen kurzschließen? Bin dann gleich wieder da.“, „Na klar!“ … „Okay, man wird sich der Sache annehmen und sich in den nächsten Tagen per Mail oder telefonisch melden.“

Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com
Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com

Nix passiert.

Update 11.06.: Ich erreiche tel. Herrn D., erzähle die Story zum xten mal – ist ja klar, jedesmal ein anderer am Telefon, obwohl doch der Bildschirm vor seinen Augen … – dann die Einigung: Alle zusätzlich berechneten Kosten entfallen, nur der reine Mietpreis für 1 Tag wird berechnet. Das ist eine Minimallösung zu Gunsten der EUROPCAR GROUP  („Europas größte Autovermietung … weltweit über 300.000 Fahrzeuge …“ im Internet nur attraktive Menschen, lachend, frisch gestylt aus der Maske – also nix aus dem richtigen Leben, nur Blabla und schöne bunte Bilder).

Analyse
Wie bereits im Vorabbericht dargelegt: „Die Mitarbeiter des Vermieters mit dem schönen modernen „Nachnamen“ … GROUP sind, wie man umgangssprachlich so sagt, ganz arme Würstchen, die können einem nur leid tun: „Da kann ich leider nichts machen!“ (Vorschriften, AGB usw.)“
Das bedeutet hier – stellvertretend für (fast) alle Großfirmen:
– der Hinweis auf einen erhöhten eigenen Aufwand ohne eigenes Verschulden – in diesem Fall: 2 Anfahrten, 6 h Zeit zusätzlich verplempert – zählt nicht! Man müsse ja auch (wörtlich) „die Interessen der Aktionäre sehen und berücksichtigen“. Klare Feststellung: Je kleiner der Angestellte, der einem gegenüber steht, um so „dämlicher“ die „Argumente“
– die Mitarbeiter direkt am Kunden bewegen sich in ganz kleinen Kästchen, sie haben keine Entscheidungsräume, was nicht im Handbuch steht ist nicht zulässig
– die nächste Ebene ist (wahlweise) „gerade nicht da“ oder nur per Mail zu erreichen – hier unter der kryptischen Anschrift destZPYE01@… wtf ist Herr oder Frau destZPYE01? Man kommt sich vor wie in einem Roman von Franz Kafka, ein Kampf mit unsichtbaren Dämonen
– bleibt man hartnäckig und versucht außerhalb des angegebenen „offiziellen“ Weges jemanden zu erwischen landet man zuerst wieder in einem kleinen Kästchen … und erzählt seine Geschichte zum xten mal, obwohl der Bildschirm vor den Augen des Mitarbeiters alles zeigt(!?)
– bleibt man hartnäckig genug landet man in der nächsten Etage, wo dann ein kleiner Fall wie hier gelöst werden kann („steht im Handbuch“). Ich habe Probleme an Zufall zu glauben, da spielt wohl vermutlich die Telefonnummer unter der man anruft ’ne Rolle (= abgespeichert und verbindet ab dem soundso vielten mal automatisch eine „Etage“ höher?) – und der Bildschirminhalt vor dem Mitarbeiter, der die Anzahl der Kontakte/Bemühungen und die Historie „nun endlich“ verrät.

Auf den unteren Rängen kann man förmlich zwischen den Zeilen hören „Kunde, geh‘ doch endlich zu deiner Rechtsschutzversicherung (dann bin ich die Sache los und du landest in der Rechtsabteilung)“. Den Gefallen sollte man nicht ohne weiteres tun, erst einmal hartnäckig bleiben.

Soweit ist vllt. schon alles bekannt – man kann das noch weiter auswalzen, wir wollen es hierbei belassen – aber der Systemfehler, der ist ganz böse und muss noch herausgehoben werden:

Die Mitarbeiter großer Unternehmen arbeiten in ganz kleinen Kästchen – alles ist in Handbüchern und entsprechenden Stellenbeschreibungen niedergelegt1)es sind dies die gleichen Kreise der Wirtschaft, die über staatliche Bürokratie meckern und staatliche Vorschriften als Gängelung definieren – die selbst Bürokratien monströsen Ausmaßes installieren und betreiben, um letzte Kleingkeiten zu regeln … „Pfui schämt euch!!“ – und können deshalb jeweils mit Minimalqualifikation eingestellt, beschäftigt und dementsprechend minimal entlohnt werden! Das bedeutet: Niedrige Einkommen bringen niedrige Kaufkraft … nicht vergessen: Des einen Kosten sind des anderen Einkommen; niedrige Einkommen schaden der Wirtschaft, schaden allen!

Fazit: Der kleine Anbieter vor Ort wird von mir in Zukunft bevorzugt, dem kann ich in die Augen gucken, das Geld bleibt in der Region und geht nicht an anonyme Aktionäre2)auch hier das Problem mit der Anonymität: je weiter weg, je anonymer umso skrupelloser!

2. Umwelt
Die Schweizer Bürger haben Klimaschutzgesetze abgelehnt

Nein! Nein! Und noch ein Nein!

Drei umweltrelevante Fragen bewegten die Schweizerinnen und Schweizer bei der Volksabstimmung am Sonntag: Synthetische Pestizide von den Äckern verbannen? Nur noch die Bauern subventionieren, die auf sauberes Trinkwasser achtgeben? Ein Klimagesetz bestätigen, mit dem die Schweiz ihre Emissionsziele erreichen kann? Die Antworten: Nein, nein und nein, besonders aus den ländlichen Regionen.

Jaja, die ländlichen Regionen (lieber die Umwelt vergiften und alles, was nicht Kulturpflanze ist: töten, töten, töten!). Und die Autofahrer, die „in_den_Urlaub_Flieger“? „Das brauch‘ ich, Umwelt und Klima? Pfeiff‘ drauf, alles Fake“, das kostet; nicht mit mir!

Das ist keine schweizer Spezialität, das ist allgemeines Handeln und Denken des „kleinen Mannes“, der Glaube an das Rheinische Grundgesetz: „Et kütt wie et kütt – et hätt noch emmer joot jejange“. Einzig mögliche Abhilfe: Die Verteilungsfrage angehen und ggf. lösen: Die unteren Einkommen müssen entlastet werden und, bspw., die Dienstwagen-SUVs und Vielflieger belastet. Landwirtschaftliche Tätigkeit muss auf Umweltverträglichkeit umgestellt und entsprechend entlohnt werden. 

Wer heute spart – und im alten Trott weiter macht – zahlt morgen doppelt und dreifach!

3. Internet
Immer wieder dieselbe Geschichte: Die (a)sozialen Medien, die Filterblase, die Anonymität – und das alles in Kombination.

Aktuelles Beispiel (vermutlich (nicht nur) an Annalena Baerbock entzündet, vermutlich (nicht nur) durch häßliche, fette Kerle befeuert):

Hass im Netz

In sozialen Medien wandelt sich das Klima – in Richtung Frauenfeindlichkeit

Im Internet ist eine neue digitale Dimension des Frauenhasses entstanden. Ein misogyner Mob erschwert es Frauen, sich frei und offen zu äußern. …

Quelle

Der Autor hat recht! Ich will da gar nicht weiter zitieren, lest diesen unappetitlichen Kram doch selbst.

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Hier schon mehrfach gefordert, daher cc.: Die Anonymität im Internet ist aufzuheben!

Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 es sind dies die gleichen Kreise der Wirtschaft, die über staatliche Bürokratie meckern und staatliche Vorschriften als Gängelung definieren – die selbst Bürokratien monströsen Ausmaßes installieren und betreiben, um letzte Kleingkeiten zu regeln … „Pfui schämt euch!!“
2 auch hier das Problem mit der Anonymität: je weiter weg, je anonymer umso skrupelloser

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