Ein Kessel Buntes # 10

1. Autovermietung offenbart Systemfehler
Einmal einen Lieferwagen gemietet – im Weiteren „Sprinter“ genannt – gleich zweimal ins Klo ge-griffen. Diese Angelegenheit zeigt schlaglichtartig, wie krank unser System ist – das die Politiker und Ökonomen doch so hoch loben. Im Laufe der Abwicklung der Angelegenheit werde ich zur Diagnose kommen: „It’s not a bug, it’s a feature!

Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com
Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com

Der Vorabbericht:

Nach einem Umzug bestand die Absicht, den übriggeblieben Sperrmüll zu entsorgen: Also wurde der Sprinter gemietet – das Fahrzeug war neu, km-Stand bei Übernahme 1.732 km –, zum Ladeort gefahren (12 km), 2 Stunden geladen, Fahrzeug springt nicht an, Anzeige: Batterie leer – der Zündschlüssel war die ganze Zeit abgezogen, es waren also keine Verbraucher eingeschaltet.

Die Panne wurde telefonisch gemeldet. Nach viel Musik und viel blabla – „Wenn dieses, dann drücken sie die 1, wenn jenes drücken sie die 2“ usw. – und den üblichen Reklamesprüchen bin ich mehrfach verbunden worden, und jedesmal kam mir die Feststellung entgegen: „Da haben sie wohl das Licht angelassen?!“ Die Antwort: „Geht nicht, der Zündschlüssel war während des Beladens abgezogen.“ wurde mit „Kann nicht sein, das Fahrzeug ist neu …“ und „das sagen sie, die Batterie wird ja ausgebaut und überprüft, dann sehen wir schon …“ zur Kenntnis genommen.

Lange Rede kurzer Sinn: Bis der Mechaniker vor Ort und das Fahrzeug fahrbereit war dauerte es insgesamt 2,5 Stunden, die Deponie war inzwischen geschlossen, ein Entladen nicht mehr möglich. Auf anraten des Meachanikers habe ich den Motor ca. 1,5 h laufem lassen um sicherzustellen, dass die Batterie genügend geladen ist, um die Deponie am anderen Tag anzufahren also das beladene Fahrzeug zurück zum Vermieter, damit wenigstens die Abgabefrist eingehalten wurde.

Was war am nächsten Tag? Kurz und knapp:
Zuerst: Die Mitarbeiter des Vermieters mit dem schönen modernen „Nachnamen“ … GROUP sind, wie man umgangssprachlich so sagt, ganz arme Würstchen, die können einem nur leid tun: „Da kann ich leider nichts machen!“ (Vorschriften, AGB usw.)
Und dann? Wir standen mit dem Fahrzeug auf dem Werkstoffhof zum Entladen und Sortieren … dreimal dürft ihr raten was jetzt kommt: Richtig! Auto springt nicht an, weil … Batterie leer!

Getankt habe ich vor der endgültigen Abgabe nicht, es bestand Grund zur Annahme, dass ich dann an der Tankstelle nicht mehr wegkomme, die Fahrtstrecke war zu kurz um die Batterie sicher nachzuladen.

An beiden Tage habe ich eine schriftliche Notiz zurückgelassen (das Büro der Vermietung war jeweils schon zu) und darüber informiert was vorgefallen ist.

Eigentlich ist das Bild schon klar, aber ich will sehen welche lustigen Streiche „die …GROUP“ auf Lager hat.

2. Hilfe, Inflation!
übertitelt MAKROSKOP einen Beitrag ironisch:

… Zumindest wird die deutsche Urangst, „the German Angst“, gerade wieder kräftig bedient. „Die Nervenprobe steht bevor“, schreibt die WirtschaftsWoche, und das Handelsblatt titelt: „Die Inflation sollte uns Sorgen machen“.

… Inflation ist ein bisschen wie Staatsverschuldung. Sobald das Wort erwähnt wird, ist es mit der Vernunft am Ende. Rhetorik und Emotionen beherrschen die Debatte. Jeglicher Sinn für Proportionen verschwindet.

Ja mit der „German Angst“, mit (Hyper-)Inflation, ist das so ’ne interessante Sache. Man fragt sich, wem und wie es gelungen ist, den Menschen einzureden, Inflation hätte innere, selbst gemachte Gründe (Ausweitung der Geldmenge). Das ist nachweislich falsch! Gerade die 1923-iger Hyperin-flation zeigt das deutlich: Kriegsschulden, Kriegsfolgelasten, Reparationszahlungen, Rheinland-besetzung sind die wichtigsten Stichworte. Hätte Hyperinflation seinen Grund in der Geldmengen-ausweitung müsste man sofort aufhören, über die Penuts Staatsschulden zu reden und müsste stattdessen den privaten Finanzsektor an die Leine legen, v. a. die Banken.

… Jeder Versuch, die Einkommen der „99 Prozent“ wiederherzustellen, wird zu einer höheren Inflation führen. Und die ist vor allem Problem Nummer eins für die Reichen, die von ihrem Vermögen leben. Der reale Wert ihrer Aktien, Anleihen und Immobilien sinkt dadurch. Haben Fed und EZB mit ihrem Kampf gegen die niedrige Inflation Erfolg, würde das hohen Aktienbewertung den Boden entziehen, was die Gefahr eines Aktiencrash bzw. das Platzen einer Blase zur Folge hätte.

Die Kapitaleigner sind in Aufruhr – womit sich wiederum die teils hysterische Berichterstattung erklären ließe.

Das ist es: Die Vermögenden haben Angst vor der Inflation. Und die „Nichtreichen“? Denen wird Angst gemacht! Es ist nicht die Inflation selbst, es ist das Narrativ über die Inflation! (s. hier: Warum steigende Inflation gut für die 99% ist)

3. staatlich geförderte Steuerhinterziehung

… Deutschland verhindert weiterhin, dass die EU-Staaten eine Gesetzesinitiative im Kampf gegen Steuervermeidung großer Konzerne beschließen können. Hintergrund ist, dass Deutschland aktuell die Ratspräsidentschaft inne hat und daher maßgeblich die Tagesordnungspunkte der Brüsseler Diskussionen bestimmen kann.

Obwohl die Bundesregierung Steuergerechtigkeit zu einem Schwerpunktthema der Ratspräsidentschaft erklärt hat, blockiert sie offenbar weiterhin einen Fortschritt bei den sogenannten länderbezogenen Berichtspflichten für Konzerne, auch „Country-by-Country-Reporting“ (CBCR) genannt. Mit dieser Gesetzesänderung könnte die EU große Unternehmen verpflichten, publik zu machen, wo sie wie viel Steuern zahlen und damit Steuervermeidungstricks ein Ende bereiten. …

Quelle

Dem ist eigentlich nur hinzuzufügen, dass vor allem der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ständig vom Steuernachteil im Standordwettbewerb kräht *facepalm* (das Wettbewerbsmärchen (Teile 1-3) ist das letzte, welches ich immer wieder aufwärmen möchte).

Und zum Stichwort: Globale Mindeststeuer rettet den Steuerwettbewerb – die nächste Platzpatrone! Alle werden blitzschnell „wegen dem Standortwettbewerb“ auf diesen Mindeststeuersatz hüpfen, also  runter gehen! Das könnte dann mit rechts ein Gewinn sein aber mit links ein Verlust

Generell: Die internationalen Firmen sind die obersten Gauner: Die Infrastruktur der entwickelten Länder nutzen um Gewinne zu generieren, aber nicht dafür Steuern zahlen! Und das alles unter den Augen – und letzten Endes mit Billigung der Politik! *ächz*

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.