Ein Kessel Buntes # 9

1. Corona – Umwelt
Das hatten wir schon länger nicht mehr, das ist ja täglich in den Medien. Heute: Corona in drei Teilen:

In Proben von Schlachthöfen – Antibiotikaresistente Keime im Abwasser nachgewiesen

So titelt t-online.

Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com
Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com

 Die Abwasserproben wurden im November und Dezember 2020 genommen und an der Universität Greifswald analysiert. Fast alle untersuchten Schlachtbetriebe – darunter von den großen Konzernen Tönnies, Westfleisch und Wiesenhof – leiten laut Greenpeace ihr Abwasser direkt in die Umwelt ein und sind daher eindeutig als Verursacher der mikrobiellen Belastung des Wassers auszumachen.

Und die Gülle verleiht noch dem Trinkwasser eine herzhafte Note. Na und? „Hauptsach‘ die Grillworscht iss billisch, gell!“ *facepalm*

2. Corona – Gesellschaft
So der Tagesspiegel:

Die Corona-Spaltung am Beispiel Köln „Der Fehler ist doch: Man hätte nicht jahrzehntelang zündeln dürfen“
Christoph Butterwegge sollte den Besserbetuchten einmal etwas über Armut erzählen. Vor Corona. In Hahnwald, einem vornehmen Kölner Villenviertel haben sich Unternehmer, Entertainer und Fußballtrainer wie Christoph Daum niedergelassen. Butterwegge hielt bei der Charity-Veranstaltung einen Vortrag über Kinderarmut, als er fertig war, sagte die Hausherrin: „So, jetzt gehen wir aber mal raus in den Garten.“

Butterwegge staunte: Der Garten war ein Park, die Garage so groß wie ein Zweifamilienhaus. „Da können Sie sich nur mit Corona anstecken, wenn der Gärtner es ins Haus trägt.“

Krisenforscher sind sich einig: Die wahre Corona-Krise beginnt nach der Corona-Krise! wenn jeder denkt: „Wie kann ICH für die Zukunft in eine günstigere Position kommen?“ Statt: Wie können wir das für alle besser machen. Der Mensch, ein soziales Wesen? *Pffff*1)den Eindruck kann man aus vielen Meldungen gewinnen; ein differenziertes Bild zeigt Zukunftsforscher Matthias Horx – ein interessanter Beitrag, dem in weiten Teilen zuzustimmen ist, ich neige trotzdem zur Skepsis: Chancen werden systematisch über-, Risiken werden genauso systematisch unterschätzt, Motto: „Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.“ Ja, Herr Hölderlin, so hätte man das gerne!

3. Corona – Wirtschaft
Man kann sagen: „Der Rest der Welt investiert (USA, GB, China …) die EU, unter deutschem Vorbild, kleckert …“ 

Amerika hat die Krise mit rund 5 Billionen US-Dollar bekämpft. Nur im Zweiten Weltkrieg waren die Haushaltsdefizite höher. Man drückt die Daumen, dass Joe Bidens „American Rescue Plan“ auch in Europa hinreichend Anschub abwerfen wird.

Quelle

Ja, wollen wir hoffen, dass die anderen einmal mehr den deutschen und europäischen Karren aus dem Dreck ziehen. Diese Trittbrettfahrerei muss gesteuert beendet werden, sonst kommt das dicke Ende später – und mit einem großen Knall!

Man wird sich nicht ewig über den Außenhandel retten können. Europa in der Rezession – Ausweg Außenhandel? so übertitelt Friedrike Spiecker einen längeren, sehr lesenswerten Beitrag:

Immerhin florierte der Außenhandel mit EU-Ländern außerhalb des Euroraums (abgesehen vom Vereinigten Königreich) und mit dem außereuropäischen Ausland bereits seit Anfang diesen Jahres – und zwar in Hinblick auf die Überschussnachfrage zugunsten des Euroraums … Doch was verbirgt sich hinter diesen Zahlen?

Deutschlands Anteil an diesem Überschuss ist mit enormem Abstand der größte von allen EWU-Ländern. Er beträgt saisonbereinigt fast 53 Milliarden Euro, gefolgt von Italien mit knapp 17 Milliarden Euro und Irland mit knapp 12 Milliarden Euro, während Frankreich ein Minus von knapp 7 Milliarden Euro zu verzeichnen hat. Deutschland profitiert also wie kein anderes EWU-Mitgliedsland von der Überschussnachfrage von außerhalb der EWU.

Die Hoffnung auf die von Exporten getriebenen Gewinne der deutschen Industrie ist vermutlich ein wichtiger Grund dafür gewesen, dass die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes im Gegensatz zu Schulen, Kitas, vielen Einzelhandelsgeschäften, Gastronomie, Hotellerie, Reisebranche, Veranstaltungsbranche und den Kulturschaffenden weitgehend von harten Lockdown-Maßnahmen ausgenommen wurden. Entsprechend schief ist die Verteilung der Krisenlasten in Deutschland bisher gewesen. Der deutsche Außenbeitrag, Exporte abzüglich Importe, also die Überschussnachfrage des Rests der Welt gegenüber Deutschland, liegt im ersten Quartal 2021 unbereinigt bei 54 Milliarden Euro, was 6,4 Prozent des BIP entspricht, und ist damit gegenüber dem vierten Quartal 2020 gestiegen.

Das ist tödlich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft – und der Wirtschaften insgesamt, Stichwort: Ungleichverteilung!

Der Rest Europas und die Welt wird sich das nicht auf Dauer gefallen lassen, ich wiederhole: Diese Trittbrettfahrerei muss gesteuert beendet werden, sonst kommt das dicke Ende später – und mit einem großen Knall!

4. Nachsatz (Gendern)
Definitiv kein Thema für MYTHOS, deshalb hier nur als Nachsatz; es ist mir aufgefallen, weil auch Frau Spiecker – die ich als Expertin sehr schätzte – in ihrem hervorragenden Beitrag gendert.

Ohne Ironie gemeint: Will man korrekt Nichtdiffamieren muss es heißen: Journalistinnen (weibl.) und Journalisten (männl.) und Journalist*innen (für all die anderen: Bi-, Trans-, Inter- und sonst wie veranlagten); jetzt müssten wir uns nur noch – um völlig diffamierungsfrei zu werden –  etwas für die BIPoC einfallen lassen, dann ist es richtig rund. 🙁

Und wie ist das in anderen Sprachen, z.B. in englisch oder türkisch? *innen = diffamierungsfrei? Da halte ich es doch mit der deutschen Sprache (und mit den Franzosen): Hier wird nicht gegendert!

Noch ein Hinweis auf diesen Post von flatter

… So sei es keineswegs gut, als Mann einer Frau die Tür aufzuhalten.

Er habe sich vielmehr zu überprüfen, wie „rein seine Motivation“ sei. Wenn er sie nur attraktiv fände und es deshalb täte, sei das falsch. Wir sind also in der Sphäre des Gedankenverbrechens angekommen, …

Sein Hinweis auf Gedankenverbrechen sticht: Ein Mann, der einer Frau die Türe aufhält, ist potentiell – jedenfalls in Gedanken? – ein Sittenstrolch!

Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 den Eindruck kann man aus vielen Meldungen gewinnen; ein differenziertes Bild zeigt Zukunftsforscher Matthias Horx – ein interessanter Beitrag, dem in weiten Teilen zuzustimmen ist, ich neige trotzdem zur Skepsis: Chancen werden systematisch über-, Risiken werden genauso systematisch unterschätzt, Motto: „Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.“ Ja, Herr Hölderlin, so hätte man das gerne!

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