Ein Kessel Buntes # 8

1. Gesellschaft – Medien
Man sollte heute weder eine bekannt Persönlichkeit sein, noch politische Verantwortung tragen, das ist gefährlich: Sagt man was, heulen die Wölfe und fallen über einen her: „Was sagt der da? Das ist  unverschämt, feministisch, sexistisch, rassistisch, ideologisch …“ Irgendwas Blödes mit „…isch“ halt eben! Sagt einer nix, heulen die Wölfe und fallen über einen her: „Warum sagt der nix? Das ist unverschämt, feministisch, sexistisch, rassistisch, ideologisch …“ Irgendwas Blödes mit „… isch“ halt eben!

Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com
Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com

Neben der Kakophonie in der Journaille auch noch die Kakophonie im Netz, in der Facebook–/ Whatsapp– usw. –gruppe. Heiliger Bimbam, was soll das? Jens Lehmann darf sagen, Dennis Aogo darf sagen, Tilo Sarrazin darf sagen, Jan-Josef Siefers darf sagen, Boris Palmer darf

sagen … und wenn die beispielhaft Genannten etwas Gescheites sagen, darf man beipflichten. Und wenn die Genannten etwas weniger Gescheites sagen, darf man mit ihnen ins Gespräch treten, argumentieren und fragen: „Warum, wieso, wie meinst du das, worauf beziehst du dich, worauf willst du hinaus …?“. Ja, das ist nicht einfach, da muss man denken, eigene Meinung und Standpunkt haben und begründen können, bereit sein zuzuhören und ggf. selbst dazu zu lernen. Was ist so schlimm daran?1)political correctness und cancel culture, von unbedarften Menschen gut gemeint – gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut! – wird heute idR als Mittel der Intoleranten ggü. den Toleranten eingesetzt, das darf man nicht durch gehen lassen: „Keine Toleranz mit den Intoleranten!“ Stattdessen: Gespräch/Diskussion, ein gesunder, gelebter common sense – und ggf., mit allen Schwächen, Gesetze einer demokratisch verfassten Gesellschaft

Zugegeben: Ich nenne die „Querdenker“ auch gerne „Quergewickelte“, das widerspricht dem zuvor Gesagten. Allerdings versuche ich das Etikett in einen argumentativen Kontext zu setzen, leider ist mit Querdenkern ins Gespräch kommen nicht so einfach; deshalb erlaube ich mir diese Provokation weiterhin. Ich hoffe, dass das so verständlich ist – und die Wölfe deshalb nicht heulen müssen!

2. Finanzen

Wir beschäftigen uns in der Serie über Modere Geldtheorie (MMT) zwangsläufig – und zum wiederholten Mal – mit dem Märchen: „Die Finanzmärkte müssen die Begehrlichkeiten der Staaten, der Politik zügeln und kontrollieren!“ Zwei Beispiele zu diesen Kontrolleuren

Dax vor Erholung? Im Fokus: Deutsche Bank, Amazon & Daimler mit 50 % Kurspotential. Inflation: geht’s jetzt los? ÖL bald 80 USD, Gehaltsreport: Wer wo wiie vierl verdient. Steuerfrei vererben: 5 Tipps

So mailt mich „Finanzinfos am Wochenende“ an (Schriebvähler (wiie vierl) inklusive) und begrüßt mich mit ­: „Hallo Helmut H�“ Daneben auf dem Bild grinst ein smarter Dreißiger, mit blondem Strubbelhaar, Anzug und Krawatte (Anzug und Krawatte, das ist okay, das gehört sich so) und es wird mit seinem Namen behauptet: „Der Broker-Test Trading Analyst sucht wöchentlich die besten Analysen der Broker für Sie heraus!“ 

Warum macht der das? Warum wird der nicht einfach selber reich und freut sich im Stillen?  Wozu braucht der mich? Aha: Wieder so ein „Ächtzperte“ der das Geld der kleinen Leute einsammelt, für die Großen, die Insider, die mit dem Informationsvorsprung! *ächz*

Gut, das war jetzt die Abteilung Marketing, Schummel & Co. aus dem Hause „Finanzmärkte“, zweites, aktuelles Beispiel:

Die GFC (Great Finacial Crisis 2007 bis heute) ist schon längst dem Vergessen anheim gefallen und aus der Wahrnehmung verschwunden weil unter einem Berg von Märchen begraben. Deshalb dieses Beispiel aus dem cleveren, neutralen Nachbarländli – Nachrichten aus der CS (Credit Suisse) stellvertretend für die gesamte Branche (da verwette ich meinen Hut!):

Während CS absäuft, pflegen Topshots Villen

… Für die Kader der Paradeplatz-Bank gibt es „Aktienzuteilungen“, „Performance-Share-Zuteilungen“, „Contingent Capital Awards“, „Aufgeschobene Barzuteilungen“, „Retention-Awards“. …

Das häufte sich letztes Jahr bei den gut 1’400 sogenannten „Material Risk Takers“ zusammen mit deren Fixgehalt auf total 1,6 Milliarden Franken. Pro Manager somit mehr als 1 Million Franken.

Für die übrigen gut 40’000 CS-Leuten, die letztes Jahr einen Bonus erhielten, blieben 2 Milliarden Erfolgsprämien, im Schnitt 50’000 Franken.

Das „Resultat“ dieser Entlöhnung liegt nun vor: Die CS verlor allein in den Wochen vom März mehrere Milliarden, sie brauchte eine Not-Kapital-Infusion. …

Quelle

Und das sind die Leute(!!), die den Staat, die Politik kontrollieren und disziplinieren sollen? Da kann man nur hoffen, das die Bankster einen preiswerten Mittagstisch in der 3-Sternekantine gestellt bekommen, am Ende sterben die noch bei der Kontrolle der Politik an Unterernährung 😉 .

3. Politik
Ohne in den oben kritisierten allgemeinen Meckermodus zu verfallen: Mit den Grünen ist es (leider) auch nicht weiter her als mit den Altparteien CDSUSPDFDP. Ihre Unschuld als Partei des Friedens hat ihnen schon Joschka Fischer genommen (hier und hier), aktuell dilettiert Annalena Baerbock als Marionette von Klaus Schwab – das hatten wir bereits thematisiert – das Wahlprogramm der Grünen strotzt – wie das aller Parteien – nur so von Worthülsen und zusammenhangslosen Träumereien und Realitätsverweigerung. Paul Steinhardt hat hier eine profunde Kritik geschrieben.

Es wäre jedoch zu billig sich auf die Platitüde „Pest oder Cholera“ zu beschränken. Bei allen Vorbehalten: Ein (leider unwahrscheinliches) grün-rot-rotes-Bündnis wäre das Einzige, das etwas „Fortschritt(?)“ bringen könnte – allerdings nur in Sachen Umwelt/Klima, der Rest – NATO, Außenpolitik, Wirtschaft – ist Banane! Stichworte: „Und willst du nicht mein Bruder sein, so hau ich dir Sanktionen rein!“2)btw.: wo ist er Unterschied zwischen der kaiserlichen Kanonenbootpolitik und der Hunnenrede zu Sanktionspolitik heutzutags? und „Solide Finanzen!“ ums Verrecken: „Solide Finanzen!“ notfalls gegen die Menschen: „Solide Finanzen!“ for ever und unter allen Umständen (die Finanzmärkte, das Weltwirtschaftsforum, der IWF, die Mainstreamökonomen passen auf)  …! „Die Schuldenbremse, sie lebe hoch, hoch, hoch!“

Wtf??, was soll das? Was ist da anders als zuvor? Können wir nicht doch Mutti behalten? Oder wenigstens ihren Sohnemann? *ächz* Hier der Meisterschwurbler in der Klima-Diskussion. Der Link von heute morgen (Montag, 10.05.21, ca. 10:00 h) ist leider nicht mehr valide (https://www.n-tv.de/politik/Das-ist-faktisch-falsch-Herr-Laschet-article22543981.html), die URL ist aber auch so aussagekräftig: Laschet schwurbelt! (und lässt sich, vor Publikum, von einer 25-jährigen Aktivistin bei Anne Will am Nasenring durch die Manege ziehen (und der will Kanzler werden? Hopefully never ever! Chapeau Frau Neubauer)3)als letzten Rettungsanker versucht Laschet noch mit Friedrich ComMerz ein paar unbedarfte Stimmen abzugraben. Zitat SZ: Der gefühlte Wirtschaftsexperte [und – Bildunterschrift] … „Robert Habeck hat einfach zu viele Wissenslücken“, schrieb Friedrich Merz kürzlich – angesichts eigener Irrtümer eine bemerkenswerte Chuzpe.“ Kann dieser Laschet sich nicht mit Verkehrs- und Familienrecht zufrieden geben? Schließlich ist er ja Jurist, also?

Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 political correctness und cancel culture, von unbedarften Menschen gut gemeint – gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut! – wird heute idR als Mittel der Intoleranten ggü. den Toleranten eingesetzt, das darf man nicht durch gehen lassen: „Keine Toleranz mit den Intoleranten!“ Stattdessen: Gespräch/Diskussion, ein gesunder, gelebter common sense – und ggf., mit allen Schwächen, Gesetze einer demokratisch verfassten Gesellschaft
2 btw.: wo ist er Unterschied zwischen der kaiserlichen Kanonenbootpolitik und der Hunnenrede zu Sanktionspolitik heutzutags?
3 als letzten Rettungsanker versucht Laschet noch mit Friedrich ComMerz ein paar unbedarfte Stimmen abzugraben. Zitat SZ: Der gefühlte Wirtschaftsexperte [und – Bildunterschrift] … „Robert Habeck hat einfach zu viele Wissenslücken“, schrieb Friedrich Merz kürzlich – angesichts eigener Irrtümer eine bemerkenswerte Chuzpe.“

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