Ein Kessel Buntes # 4

Wir werden heute wieder nur zu zwei Themen kommen; es wird sonst zulang.

1. Online
Rotgeri macht zu. (Inhabergeführte Buchhandlung, seit 108 Jahren!) Was? 108 Jahre? Weg mit dem alten Kram! Who needs Buchhandlung? Amazon, „dess  isses!“

Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com
Links eröm? Räts eröm? – Gerald Altmann, Pixabay.com

Spricht man mit jungen Menschen (und nicht nur die denken so) hört man: „Aber ich muss doch …, ich kann doch nicht …, da hab‘ ich keine Zeit für1)das ist die, Tschuldigung, dümmste aller Ausreden: Zeit ist auf dieser Erde gerecht verteilt, jeder Mensch hat 24 Stunden jeden Tag, es fragt sich nur wofür (seine Bedürfnisse(!), nichts anderes zählt) … und außerdem ist es bequemer.“

Es kommt den Menschen entgegen, das „Sie können bequem

von zu Hause aus (auf’m Sofa) …“ , denn der „moderne Mensch“ ist in das moderne Leben so eingespannt, dass er nur noch „von zu Hause aus …“ agieren kann: Bücher, Pizza, Klamotten …2)(wo ist der Unterschied zu vor 100 Jahren? Morgens ab 06:30 h aus dem Haus, zur Arbeit, abends gegen 18:00 h wieder zu Hause, ab in den Garten, um zehn ins Bett …)

Und so kommt es, dass den Menschen auf zwei Wegen die Freiheit geraubt wird:

Der eine Weg ist die Erwerbsarbeit – sie dominiert alles, das muss sein um den Lebensunterhalt zu sichern – der andere Weg ist die Bequemlichkeit, die dem Menschen nahe liegt und die Last des Alltags tragen hilft. Die Menschen werden so eingespannt, dass das Leben nur noch „modern“ stattfinden kann, sie kennen nichts anderes.3)jede andere Arbeit z.B. Familienarbeit, zählt nicht und wird auf diese Weise abgewertet – ein Aspekt, der unbedingt mit in die Betrachtung gehört

Auf beiden Wegen werden die (nicht gewählten) privaten Regenten4)und ihre Berater (Hinweis: Der Code des Kapitals) unter tätiger Mithilfe der auf die eine oder andere Weise „überredeten“ (gewählten) Politik die Menschen am Schlafittchen packen und „die Freiheiten“ nehmen.5)nur diese Freiheit soll bleiben (solange die sich nicht gegenseitig aufkaufen), Auswahl: Nestlé, Mars, Danone, Unilever, oder Oetker

Aber es geht ja nicht nur um die Buchhandlungen, es geht allgemein um die „Amazonisierung“ der Innenstädte durch den Onlinehandel: All die Inhaber und ihre Beschäftigten weg, stattdessen für kleines Geld ins Crowdsourcing abgeschoben, in die Logistikzentren der Versandhändler und dann auf den maroden Sprinter des (nicht selten betrügerischen) Subunternehmers (Amazon arbeitet mit Subunternehmen).

Online: fremd kontrolliert, von privaten Konzernen!
Bargeldlos: fremd kontrolliert, von privaten Konzernen!6)privat heißt immer (unbedingt beachten(!): kapitalorientiert, renditeorientiert – es zählt sonst nichts, überhaupt nichts; zero, nada, niente
Vorgefertigt: geschmackskontrolliert durch die Lebensmittelchemiker der privaten Lebensmittelindustrie und deren „Geschmacks(meinungs)forscher“!7)keine Zeit mehr „großartig“ selbst zu kochen, daher vorgefertigt von der Lebensmittelindustrie: reich an Salz (perspektivisch: Bluthochdruck), reich an Zucker (perspektivisch: Adipositas und Diabetes 2), reich an Konservierungs-, Farb- und sonstigen Zusatzstoffen (die in der Nahrung nix zu suchen haben) … alles perspektivisch gut für die Pharmaindustrie und die „Gesundheitskonzerne“ verschiedenster Art

Zusammengefasst mit einem Wort: Das ist modern! Das kann es doch nicht sein, oder? Jedenfalls ist das nicht meine Welt!

2. Die CDU und ihr eingschriebenes Problem …
… das der Korruption. Die Staatsbürgerliche Vereinigung 1954 e.V. ist von der CDU explizit als Spendenwaschanlage gemeinsam mit Vertretern der deutschen Industrie installiert worden, damals unter Adenauer und Erhard:

… Der Verein ermöglichte es Unternehmen und Verbänden, anonym und ohne Versteuerung Geld an politische Parteien zu spenden. Da der Verein als gemeinnützig anerkannt war, konnten die Spender aus der Wirtschaft die Beträge voll von der Steuer absetzen. [Hervorhebung HHö] Die Spender blieben anonym, da mittels des Vereins das Parteiengesetz, das Parteien verpflichtet, über die Herkunft ihrer Mittel Rechenschaft abzulegen, umgangen wurde. Die Spendengelder flossen vor allem an die CDU, aber auch an FDP und CSU und in den 1970er Jahren auch an die SPD.

Auch wenn die anderen Parteien zeitweise – und zu einem wohl geringeren Anteil – durch diese Spendenwaschanlage profitierten: Dieses „Ding“ wurde maßgeblich von der CDU eingerichtet und in ihrem Sinn (unter ihrem Kommando?!) verwaltet.

Bezeichnend ist auch:

… Der Vereinssitz wurde aus dem SPD-regierten Nordrhein-Westfalen nach Mainz ins CDU-regierte Rheinland-Pfalz verlegt. Hintergrund war wohl auch, dass seit Mitte der siebziger Jahre Klaus Förster, Leiter der Steuerfahndungsstelle St. Augustin, dieser und anderen „Waschanlagen“ auf der Spur war. Die beschriebene Praxis wurde im Zusammenhang mit der Flick-Affäre auch durch Försters Vorarbeiten öffentlich. Einen Tag vor Beginn des Prozesses im Mai 1980 wurde der Verein im Koblenzer Vereinsregister gelöscht.
… Bis heute ist der Verbleib einiger der Geldmittel des Vereins unklar. Es gibt Vermutungen, dass sowohl die im Zusammenhang mit der Spendenaffäre der Hessen-CDU und Casimir Johannes Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg in der Schweiz aufgetauchten Millionen, als auch die angeblich von anonymen Spendern an Altkanzler Helmut Kohl übergebenen Geldmittel ursprünglich von der Staatsbürgerlichen Vereinigung stammen.

Ein unklares Ende, wie häufig die Regel in solchen Fällen!!

In einem solchen Umfeld der Unehrlichkeit und Heimlichkeit ist es natürlich, dass auch Nebentätigkeiten in besonderer Art gedeihen und ausgeführt werden wie z.B. die folgende, ZON titelt:

Herr Pfeiffer vermietet unter

und führt weiter aus:

Der Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer ist einer der wichtigsten Energiepolitiker der CDU. Nun fallen seine Nebentätigkeiten auf. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Politik und Geschäft? 

zum Beispiel diesen hier:

… Der Christdemokrat ist einer der einflussreichsten Wirtschaftspolitiker seiner Partei. Zwar sieht man ihn selten in Talkshows, aber in der Energiewende passiert in Berlin fast nichts ohne ihn.
… Zuletzt aber schienen die Verhandlungen schwierig, auch weil Pfeiffer, so sagen es andere Abgeordnete, in seinem Kalender nur schwerlich freie Termine findet.
Zeit hat Pfeiffer aber für viele andere Beschäftigungen. Bei einigen davon ist mehr als fraglich, ob sie immer klar von seiner politischen Tätigkeit im Bundestag getrennt sind. Die ZEIT kann belegen, dass Telefonnum-mern von zwei seiner Unternehmen, die man in öffentlichen Registern findet, direkt in sein Wahlkreisbüro führen. Persönlich nimmt der Politiker dazu bisher nicht Stellung, stattdessen ließ er seinen Anwalt eine Unterlassungserklärung verschicken – der die ZEIT widersprochen hat. Bildschirmfotos und Testanrufe belegen die Vermengung der Tätigkeiten. … [Hervorhebungen HHö]

Und der stellv. Vorsitzenden des Kreisverbandes von Herrn Pfeiffer, Rosely Schweizer, fällt nichts bessers ein als:

… „Ich bin glücklich, dass wir ihn haben“, sagt sie später am Telefon. Und dass die Bundestagsverwaltung die Nebengeschäfte Pfeiffers prüfen werde. In der örtlichen CDU [jedenfalls – HHö] genieße Pfeiffer Vertrauen.

Der Artikel ist sehr lesenswert! Es kommen noch vor: Herr Pfeiffer gibt außerdem noch

… auf der Bundestagswebsite 27 Funktionen in Unternehmen, Vereinen und Stiftungen an …
… Pfeiffer betreibt [u.a. – HHö] drei Unternehmen: die Dr. Joachim Pfeiffer Consulting, die Beratungs-gesellschaft Maconso GmbH und die Klippenhaus SL, die eine Ferienwohnanlage auf Mallorca errichtet. All diese Unternehmen hat er nach dem Einzug ins Parlament gegründet [sic! – HHö], leitet sie neben seinem Mandat [„ei guck emol, was für ein Tausendsassa“ – HHö].

… teilt sich sein Büro, und die Sekretärin, mit dem Honorarkonsul von Montenegro (beiden reisen auch schon mal zusammen) und ZON fragt:

Und wie hält er auseinander, was er tut?

… Ein Abgeordneter in einer Bürogemeinschaft mit einem Unternehmer, der einen ausländischen Staat vertritt?
… Da bleiben Fragen offen. 

… und noch einiges mehr.

Fragen? Ja, das sehe ich auch so. Und ich glaube nicht, dass solche „unappetitliche Herren“ Einzelfälle sind!! Es ist an der Zeit, dass die Öffentlichkeit sich seine Eliten genauer anschaut – insbesondere die, die als Mandatsträger für das Volk unterwegs sind – und über deren Eignung entsprechend „… dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, …“ zu handeln befindet.8)noch ein Beispiel unter sicher vielen weiteren: Jens Spahn besitzt mehr Immobilien in Berlin als bisher bekannt und Jens Spahn forscht offenbar Journalisten hinterher

Wie war das noch? Abgeordnetengesetz – AbgG § 44a Ausübung des Mandats:

(1) Die Ausübung des Mandats steht im Mittelpunkt der Tätigkeit eines Mitglieds des Bundestages.

Ja, nee, ist klar!

Es wird auf das Abgeordneten- und das Parteiengesetz gesch… wenig bis kein Wert gelegt … und keinen interessiert das!

Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 das ist die, Tschuldigung, dümmste aller Ausreden: Zeit ist auf dieser Erde gerecht verteilt, jeder Mensch hat 24 Stunden jeden Tag, es fragt sich nur wofür (seine Bedürfnisse(!), nichts anderes zählt)
2 (wo ist der Unterschied zu vor 100 Jahren? Morgens ab 06:30 h aus dem Haus, zur Arbeit, abends gegen 18:00 h wieder zu Hause, ab in den Garten, um zehn ins Bett …
3 jede andere Arbeit z.B. Familienarbeit, zählt nicht und wird auf diese Weise abgewertet – ein Aspekt, der unbedingt mit in die Betrachtung gehört
4 und ihre Berater (Hinweis: Der Code des Kapitals) unter tätiger Mithilfe der auf die eine oder andere Weise „überredeten“ (gewählten) Politik
5 nur diese Freiheit soll bleiben (solange die sich nicht gegenseitig aufkaufen), Auswahl: Nestlé, Mars, Danone, Unilever, oder Oetker
6 privat heißt immer (unbedingt beachten(!): kapitalorientiert, renditeorientiert – es zählt sonst nichts, überhaupt nichts; zero, nada, niente
7 keine Zeit mehr „großartig“ selbst zu kochen, daher vorgefertigt von der Lebensmittelindustrie: reich an Salz (perspektivisch: Bluthochdruck), reich an Zucker (perspektivisch: Adipositas und Diabetes 2), reich an Konservierungs-, Farb- und sonstigen Zusatzstoffen (die in der Nahrung nix zu suchen haben) … alles perspektivisch gut für die Pharmaindustrie und die „Gesundheitskonzerne“ verschiedenster Art
8 noch ein Beispiel unter sicher vielen weiteren: Jens Spahn besitzt mehr Immobilien in Berlin als bisher bekannt und Jens Spahn forscht offenbar Journalisten hinterher

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