e-€uro(!?), ein erster Blick – und die üblichen Lügenmärchen im Zusammenhang

Die Banken fürchten um ihr leistungsloses Einkommen (um ihre Subventionierung via EZB), weite Teile der „Experten“ fürchtet um die Demokratie. Was ist dran am elektronischen €uro?

Risiko oder Chance? Die Frage ist: Für wen ist dieser niedliche Vogel mit dem Namen e-€uro gefährlich? Warum ist der überhaupt gefährlich? Viele Menschen zahlen doch schon bargeldlos. Was ist denn der Unterschied zwischen Barzahlung („bezahlen mit Geld“) und bspw. EC-Karte, Kreditkarte und Bezahl-App auf dem Handy oder der Smartwatch? Fragen über Fragen die nicht dazu verführen dürfen die Zahlungsart (Überweisung, Bar („wollen sie barzahlen (mit Geld) oder mit Karte?“), Scheck, Wechsel, Kreditkarte (= Kredit = Schulden = Pfui!?). Achtung: Elektronisches Geld ist nicht nur bargeldlos zahlen, es ist mehr.

Immer wenn das passende Bild fehlt kommt dieser lustige Tigersittich – SarahRichterArt, Pixabay.com

So leicht es ist Fragen zu stellen, so schwierig ist es mit den Antworten. Schwierig deshalb, weil die moderne Wirtschaft globalisiert ist und – seit mehr als einhundert Jahren – immer mehr verkompliziert wird. Stichwort: Die wirklichkeitsfremden Modelle der Volkswissenschaftslehre (VWL) im meinungsbildenden Mainstream dem die Entscheidungsträger leider – von ihm „beraten“ – anhängt.

Grundsätzlich ist das Thema elektronisches Geld wohl relativ einfach zu beantworten: Entweder es hat überwiegenden Nutzen für alle, dann ist es gut – oder es nützt nur wenigen, dann ist es schlecht! Nach der Meinung des Autors sind alle weiteren Punkte danach zu klären.1)und das sind mindestens: Kontrolle, Missbrauchsprävention, Geldschöpfung

Das elektronische Geld, haben wir oben soweit geklärt: Soweit wir es heute kennen und nutzen ist es das, was wir sonst an Stelle von Bargeld einsetzen: Es ist die gültige, staatliche Währung in einer unbaren Form und betrifft die Zahlungsart, den Zahlungsweg.

Digitales Zentralbankgeld (ein solches wäre wohl der e-€uro) und – in Abgrenzung dazu – Kryptogeld (nicht-staatliches Geld wie z.B. der täglich erwähnte Bitcoin oder Libra/Diem (Internetwährung) …) muss weiter kritisch begleitet werden.

Paul Steinhardt schreibt auf MAKROSKOP:

Überlegungen zur Einführung eines digitalen Euros haben nicht gerade zu öffentlichen Begeisterungsstürmen geführt. Wo nicht gänzlich ignoriert, fanden sie sogar ein überwiegend negatives Echo. Zu Unrecht!

Quelle

Er zitiert in seinem Artikel Die Deutsche Kreditwirtschaft („Spitzenverband der deutschen Kreditwirtschaft“) und zeigt in deren „Stellungnahme zu Digitalwährungen“ dass es sich die Banken passend machen; mal treten sie als Intermediär auf (als Vermittler der Sparguthaben (der deutschen Sparer) zur Finanzierung der Wirtschaft – das ist seit Jahren bereits als Hirngespinst entzaubert, siehe bspw. das letzte Posting hier) und mal als Geldschöpfer (als Drucker(!) von Kreditgeld) auf – und das alles in einem Absatz (s. hier, .pdf, S. 5, 4. Absatz – der e_€uro wird dort als CBDC bezeichnet CentralBankDigitalCurrency, de: Digitales Zentralbankgeld). Also wenn die Banken laut „Hüh!“ und „Hott!“ gleichzeitig schreien, dann muss dieser e-€uro ja ein furchtbares Ding sein!

Die Banken fürchten um ihre privilegierte Position, denn deren Risiken

… bestehen zum größten Teil aus Finanztiteln, die sie zu nicht unerheblichen Teilen mit selbstgemachtem Geld erworben haben und die für die Entwicklung der Realwirtschaft eher negative Folgen zeitigen. Da diese Banken aber für die Aufrechterhaltung der Geldversorgung tatsächlich systemrelevant sind, werden sie mit der sogenannten unkonventionellen Geldpolitik der Zentralbanken auch noch subventioniert. Denn mit dem Ankauf von Wertpapieren steigen die Preise von Risikoaktiva, die an Börsen gehandelt werden.

… die EZB … begünstigt [dadurch] in nicht zu rechtfertigender Weise auf das Investment-Banking fokussierte Banken …

Wie sollte denn der e-€uro idealerweise aussehen? Dieses böse Ding welches die Banken, die Wirtschaft, die Freiheit, die freie Welt, die Demokratie niederzureißen droht … ich will hier nicht pampig werden, aber lasst uns doch einfach mal das Ding anschauen und diskutieren. Lt. Steinhardt:

  • Girokontoinhaber haben einen rechtlichen Anspruch in unbegrenzter Höhe ihre Giroguthaben in digitale Euros einzulösen.
  • Die Guthaben in digitalen Euros werden über Treuhandkonten bei Banken und anderen lizenzierten Finanzdienstleistern verwaltet.
  • Digitale Euros sind wie Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel und alle Verbindlichkeiten gegenüber staatlichen Stellen können nur mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel beglichen werden.
  • Auf digitale Euros wird kein Zins bezahlt und daher auch kein Negativzins erhoben. Für die Kontoführung sind aber selbstverständlich Gebühren zu bezahlen.
  • Das Design der technischen Infrastruktur des digitalen Euros muss vor Datenmissbrauch wirksam schützen.

Jedermann hätte direkten Zugang zum „richtigen Geld“, zum Zentralbankgeld. Ich wüsste nicht, was ich bis jetzt gegen den e-€uro einzuwenden hätte. MYTHOS wird dieses Projekt aufmerksam und kritisch fragend begleiten.

Krypto- und Internetgeld (nicht-staatliches, also privates Geld) werden wir in naher Zukunft beleuchten, soviel vorweg: Es ist zum heulen!

Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 und das sind mindestens: Kontrolle, Missbrauchsprävention, Geldschöpfung

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.