Experten weisen den Weg – Teil 3 Studenten rebellieren …

… aber die Politik hört immer noch aufmerksam zu (*Arrgh*)!

Nino Carè – Pixabay,com

Das Auseinanderstreben dessen, was die Professoren als Volkswirtschaft (Ökonomie) an den Lehranstalten „verkaufen“ und paucken lassen und der Realität veranlasst eine erhebliche Zahl von Studenten zu protestieren oder – schlimmer noch – das Fach zu verlassen. Wir hatten uns damit – und mit den sog. Pluralos – bereits hier und hier beschäftigt.1)Hinweis: Der im Posting enthaltene Link zur Anstalt ist wichtig – und funktioniert – die Links zu den Artikeln von Heiner Flassbeck und Daniel Deimling sind erst in einigen Tagen – Auskunft von MAKROSKOP – wieder erreichbar. Erhellend ist auch hier wieder einmal ein Beitrag von Ulrike Herrmann (ab ~ 1 h 19’10“ – wer sich für den Mythos um Ludwig Erhard und dem Wirtschaftswunder interessiert fängt bei 1 h 04’50“ an – auszugsweise auch hier nachzulesen). Ihr Buch Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen ist absolut lesenswert, ebenso die weiteren Bücher von ihr.

Und was macht die Politik? Sie lassen sich also von „Experten“ beraten, genau diesen Experten, denen Studierende kritische Fragen stellen und keine oder nur unbefriedigende Antworten erhalten (so wie damals die Queen: „Der Klassiker betreffend der „Ächtzperten“ schlechthin:“, S. 2 ). Zuerst: Die Politik ist tatsächlich arm dran. Genauso, wie wir alle das von Geburt an hören („Sparen ist gut“, „Schulden sind schlecht“, „die schwäbische Hausfrau ist das Vorbild“ usw.) hat sich das auch bei ihnen ins Hirn und in die Seele gebrannt. Und aus mikroökonomischer Sicht (z. B. aufgeschobener Konsum, siehe hier und folgenden Teil 2) ist das ja auch richtig … aber halt nur aus der Sicht des Einzelnen – aus der Gesamtsicht (makroökonomisch, volkswirtschaftlich) ist das leider, wenn nicht um 180° gedreht so doch wesentlich anders.2)Beispiel Sparparadoxon. Die Kritik am Sparparadoxon geht fehl: Es stimmt, dass das Geld, welches gespart wird, später wieder in die Wirtschaft zurückkommt später! Der Nachfrageausfall durch sparen, die dadurch ausfallenden Investitionen, die dadurch fehlenden Arbeitsplätze aber entstehen heute!! Weiteres Beispiel Saldenmechanik: Es gilt immer „Eine Volkswirtschaft kann nicht sparen!“

Also muss sich die Politik beraten lassen, aaaber: Wie wir hier schon von Anfang an erahnen können, ist die Beratung häufig interessengeleitet („Niemand beißt die Hand, die den Scheck unterschreibt!“), mit Meinungen pafümiert.

Der Mythos vom Experten ist gefährlich, häufig falsch und/oder irreführend! Erst regiert die „schwäbische Hausfrau“, dann kommt die „Schuldenbremse“ … oder eine (Dotcom-, Suprime-, Griechenland-, €uro-, Staatsschulden-, Finanz-, Corona-)Krise und es regnet Milliarden und Billionen für die Banken, für die Lufthansa, für die Reisebranche … („abber nedd für Soloselbständige unn Freelancer, für de Kunst unn für de Kultur unn so’n Zeusch, gell!“)

Wenn das Wissen fehlt ist (zwangsläufig) der Weg zum Rat nicht weit. Und das ist auch gut so; niemand sollte immer wieder gezwungen sein, alles selbst und neu zu erfinden. Der Rat lautet also mindestens: „Willst Du etwas neues wissen? Schau in alten Büchern nach!“ Soll heißen: Man muss sich auch selbst nach allen Kräften bemühen – damit man qualifizierten Rat überhaupt erst erfragen, einordnen und ggf. umsetzen kann!

Hier ein schönes Beispiel über die Kommunikation wissenschaftlicher Experten(!!) von Mai Thi Ngyuen-Kim aus mailab. (Ich versuche mir gerade einen Politiker vorzustellen, der (wieder-)gewählt werden will (und sein Mandat ernst nimmt), einen Redakteur, der Schlagzeile und Auflage machen will, einen Medienkonsument der am liebsten alle Fragen in der Antwort „42“ komprimiert haben will … da muss es zu Komplikationen kommen!)

Kommunikation ist aber nur das notwendige Grundrezept in der Beratung: Der Ratgeber muss verständlich sein (up to date und für alle Fragen und Einwände offen sein!!), der Beratene muss verstehen und nachfragen so lange, bis er selber in der Lage ist zum Thema so zu kommunizieren, dass auch Dritte das Problem und die vorgeschlagene Lösung verstehen. Was Frau Nguyen-Kim hier zur Attraktivität von wissenschaftlich fundierten Aussagen für Journalisten sagt gilt genauso für Politiker (frei nach Luther): „Ich stehe hier und kann nicht anders, der Wissenschaftler hat’s gesagt – Gott helfe mir!“ Die Verantwortung liegt – in beiden Fällen, Journalismus und Politik – auf beiden Schultern: Sender und Empfänger, Berater und Beratener! Der Punkt hier ist, weit über die Ökonomie hinaus, dass Frau Nguyen-Kim hier ein komplexes Problem thematisiert. Dagegen ist die Ökonomie eigentlich nur ein Kindergeburtstag!

Grundsätzlich muss natürlich die Spreu vom Weizen zu trennen – und das muss Ziel der ersten Stufe der Kommunikation in der Politikberatung seitens der Politik sein!

Auch hierzu hat Frau Nguyen-Kim schöne Beiträge geliefert: Hier, hier (Kernsatz: „Wissenschaftliches [gut beratenes] Denken ist kritisches Denken!“.) und hier (Meinung des Autors: „Dump authority!“ nicht immer, aber meistens! Wer auf (seine) Autorität hauptsächlich angewiesen ist, ist meistens arm dran!!).

P.S.: Wer es noch nicht gemerkt hat: Hier werden die Politiker bedauert und verdammt – gemeint sind wir doch alle: Schließen wir uns den Studenten der Pluralen Ökonomie an! In der Ökonomie kann man vieles mir Logik klären und sich von vorgekautem Zeug von interessengeleiteten, grauen „Autoritäten“ befreien. Unabhängiges Denken – sich selbst bemühen(!) – offen sein für Argumente und bereit, alles in Frage zu stellen: „Es gibt keine doofen Fragen, es gibt nur doofe Antworten!“

„Ökonomiks“ die seit Jahr und Tag von der Inflation faseln (aber sie kommt nicht), vom Geldschleier, (der ja eigentlich „nur Schmiermittel“ ist) der die Schönheit des „Equilibriums“ (des Strebens der Ökonomie zum Gleichgewicht) verbirgt … wtf? „Money talks, bullshit walks!“ „Nach Golde drängt, Am Golde hängt Doch alles. Ach wir Armen!“ (Goethe, Faust I) Nur die Ökonomiks haben’s noch nicht gemerkt … die Politniks lassen sich beraten (Merkel und Steinbrück, 2008, nach der Beratung von Josef Ackermann, Deutsche Bank) … und das Volk hört zu *Ächtz *

Einzelnachweise

Einzelnachweise
1 Hinweis: Der im Posting enthaltene Link zur Anstalt ist wichtig – und funktioniert – die Links zu den Artikeln von Heiner Flassbeck und Daniel Deimling sind erst in einigen Tagen – Auskunft von MAKROSKOP – wieder erreichbar
2 Beispiel Sparparadoxon. Die Kritik am Sparparadoxon geht fehl: Es stimmt, dass das Geld, welches gespart wird, später wieder in die Wirtschaft zurückkommt später! Der Nachfrageausfall durch sparen, die dadurch ausfallenden Investitionen, die dadurch fehlenden Arbeitsplätze aber entstehen heute!! Weiteres Beispiel Saldenmechanik: Es gilt immer „Eine Volkswirtschaft kann nicht sparen!“

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