Immer wieder dasselbe – und jetzt auch noch der „Schuldner-Virus“!

Mark Twain: „Es ist nicht das, was man nicht weiß, das einen in Schwierigkeiten bringt. Es ist das, was man sicher weiß, das einfach nicht so ist.“ Original (MarkTwain zugeschrieben):

„It ain’t what you don’t know that gets you into trouble. It’s what you know for sure that just ain’t so.“

Quelle

Stephanie Kelton – angetreten, die MMT zu entzaubern, heute engagierte Fürsprecherin

Stephanie Kelton, Professorin für Wirtschaft und öffentliche Politik an der State University of New York in Stony Brook und Bloomberg und Kolumnistin, wurde als „prophetische Ökonomin“ und „Rockstar“ der progressiven Wirtschaft bezeichnet. Stephanie Kelton ist die Gründerin und Gründerin des erstklassig bewerteten Wirtschaftsblog New Economic Perspectives und Mitglied des TopWonks-Netzwerks der besten Denker der Nation. Im Jahr 2016 erkannte Politico sie als eine der fünfzig Personen im ganzen Land an, die die politische Debatte am stärksten beeinflussen. … Quelle Bild, Quelle Beschreibung

1)Grds. möchte ich unverständliche Fachbegriffe vermeiden, aber manchmal geht das nicht so einfach, wenn die Dinge einen Namen haben: Was wir bisher auf MYTHOS als Moderne Geldtheorie MGT bezeichnet haben wird in der Ökonomie unter Moderm Monetary Theorie MMT bezeichnet. Die mir eigene – und am eingängigsten erscheinende – Formulierung der Modernen Geldtheorie ist: „Einzelwirtschaftlicher Erfolg (Gewinn, Rendite, Unternehmens-wachstum …) ist dann am ehesten möglich, wenn die volkswirtschaftlichen Voraussetzungen (gebildete Menschen, Infrastruktur, funktionierender Sozialstaat …) begünstigt sind. Kurz und knackig zugespitzt: „Allgemeines Interesse geht vor individuelles Interesse!“ Noch kürzer: „Staat vor Privat!“ (Uiuiui!) Ob Rot, Schwarz, Grün, Gelb (die sowieso nicht) oder Blau (die überhaupt nicht), ob junge oder alte Politiker, erste Garde oder letzte Reihe (von ganz wenigen Ausnahmen unter jungen Politikern abgesehen), egal ob „Corona-Hilfspackete“, Spahnsche Bemühungen um die Pflege („Jens Spahn legt Konzept für Pflegereform vor„)  oder der Bundes-/Landeshaushalt, €uropa, Entwicklungshilfe, Klimakatastrophe … 3)Der Hit: FDP will mehr Privatvorsorge – Zitat aus dem verlinkten Artikel –, weis denn die FDP nicht, dass man Geld nur einmal ausgeben kann: Entweder vorsorgen (mit allen Rsikien – siehe Zinsentwicklung, Aktienblase … und bspw. hier (Exkurs) und hier (Produktivität)  – und die Wirtschaft abwürgen) oder die Wirtschaft via Nachfrage am Laufen halten – und auf die staatliche Vorsorge bauen.

Hm? Kommt jetzt zum „Zahler-Virus“ („Wer wird das bezahlen?“) noch sein mutierter Bruder der „Schuldner-Virus“ („Bloß keine Schulden zu Lasten folgender Generationen!“)?

MYTHOS-Leser wissen: Wir bewegen uns hier ganz tief in einem (mittelalterlichen) Geflecht von falschen Mythen, die uns von morgens bis abends von (fast) allen Chargen der Ökonomie, der Politik und den Medien ins Ohr gesäuselt werden: Ohwe! Sie wissen es nicht besser. Ach würden sie doch nur einmal hnterfragen und den Mut haben, neue Gedanken zu denken – neue Wege kommen dann ganz von selbst! So wie es Stephanie Kelton ergangen ist: Aufgebrochen um diesen „Schwach-sinn“ MMT zu widerlegen, in die Fakten geschaut und festgestellt:  „Oh, … es ist das, was man sicher weiß, das einfach nicht so ist.“2)vorletzte Frage im IV, Antwort: „… Als mir ein Kollege vor vielen Jahren bei einer Dinnerparty zum ersten Mal von moderner Geldtheorie erzählte, dachte ich: Der spinnt! Dann habe ich mir von der Regierung und der Fed alle Zahlen besorgt und angefangen, einen wissenschaftlichen Aufsatz zu schreiben mit dem Ziel, die Thesen des Kollegen zu widerlegen. Das Problem war nur, dass ich am Ende feststellen musste: Der Mann hat recht.“

Einzelnachweise   [ + ]

1. Grds. möchte ich unverständliche Fachbegriffe vermeiden, aber manchmal geht das nicht so einfach, wenn die Dinge einen Namen haben: Was wir bisher auf MYTHOS als Moderne Geldtheorie MGT bezeichnet haben wird in der Ökonomie unter Moderm Monetary Theorie MMT bezeichnet. Die mir eigene – und am eingängigsten erscheinende – Formulierung der Modernen Geldtheorie ist: „Einzelwirtschaftlicher Erfolg (Gewinn, Rendite, Unternehmens-wachstum …) ist dann am ehesten möglich, wenn die volkswirtschaftlichen Voraussetzungen (gebildete Menschen, Infrastruktur, funktionierender Sozialstaat …) begünstigt sind. Kurz und knackig zugespitzt: „Allgemeines Interesse geht vor individuelles Interesse!“ Noch kürzer: „Staat vor Privat!“ (Uiuiui!)
2. vorletzte Frage im IV, Antwort: „… Als mir ein Kollege vor vielen Jahren bei einer Dinnerparty zum ersten Mal von moderner Geldtheorie erzählte, dachte ich: Der spinnt! Dann habe ich mir von der Regierung und der Fed alle Zahlen besorgt und angefangen, einen wissenschaftlichen Aufsatz zu schreiben mit dem Ziel, die Thesen des Kollegen zu widerlegen. Das Problem war nur, dass ich am Ende feststellen musste: Der Mann hat recht.“
3. Der Hit: FDP will mehr Privatvorsorge – Zitat aus dem verlinkten Artikel –, weis denn die FDP nicht, dass man Geld nur einmal ausgeben kann: Entweder vorsorgen (mit allen Rsikien – siehe Zinsentwicklung, Aktienblase … und bspw. hier (Exkurs) und hier (Produktivität)  – und die Wirtschaft abwürgen) oder die Wirtschaft via Nachfrage am Laufen halten – und auf die staatliche Vorsorge bauen.

Zur Verdeutlichung aus dem aktuellen Buch von Kelton „The Deficit Myth“ (Der Mythos Defizit) [Anmerkungen HHö]:

Zunächst greife ich die Idee auf, dass die Bundesregierung wie ein Haushalt haushalten sollte. Vielleicht ist kein Mythos verhängnisvoller. Die Wahrheit ist, dass die föderale Regierung nicht wie ein Haushalt oder ein privates Unter-nehmen ist. Das liegt daran, dass [der Staat] etwas hat, was der Rest von uns nicht hat – die Macht, [unser Geld zu emittieren]. [Der Staat] muss nicht erst mit [Geld] aufwarten, bevor er [es] ausgeben kann. Der Rest von uns schon. [Der Staat] kann sich nicht mit steigenden Rechnungen abfinden, die er sich nicht leisten kann. Der Rest von uns vielleicht. [Der Staat] wird niemals pleite gehen. Der Rest von uns könnte es. Wenn Regierungen versuchen, ihre Budgets wie Haushalte zu verwalten [im Sinne der „schwäbischen Hausfrau“], verpassen sie die Gelegenheit, die Macht ihrer souveränen Währungen zu nutzen, um das Leben ihrer Bürger wesentlich zu verbessern.

Der zweite Mythos ist, dass Defizite ein Beweis für übermäßige Ausgaben sind. Das ist eine leicht zu ziehende Schlussfolgerung, denn wir alle haben Politiker Defizite als Beweis dafür beklagen hören, dass die Regierung „über ihre Ver-hältnisse lebt“. Das ist ein Fehler. … Aber das ist nur die Hälfte der Geschichte. MMT malt den Rest des Bildes mit einer einfachen Buchhaltungslogik. Angenom-men, die Regierung gibt 100 Dollar in die Wirtschaft aus, nimmt aber nur 90 Dollar an Steuern ein. Die Differenz wird als Staatsdefizit bezeichnet. Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, diese Differenz zu betrachten. Das Defizit [des Staates] schafft einen Überschuss für jemand anderen. Das liegt daran, dass den minus 10 Dollar der Regierung immer ein Plus von 10 Dollar in einem anderen Teil der Wirtschaft gegenübersteht. 1)Das ist das Problem, welches hier angesprochen wird, wenn MYTHOS feststellt, dass die Menschen „entspart“ würden nähme der Staat – zur Schuldentilgung – ihnen das wieder ab was er vorher gegeben hat! Das Problem ist, dass die politischen Entscheidungsträger das Bild mit einem geschlossenen Auge betrachten. Sie sehen das Haushaltsdefizit, aber ihnen fehlt der entsprechende Überschuss auf der anderen Seite. Und da viele [Menschen] ihn auch vermissen, applaudieren sie am Ende den Bemühungen, den Haushalt auszugleichen, auch wenn dies bedeuten könnte, dass ihnen Geld aus der Tasche gezogen wird. Es ist möglich, dass die Regierung zu viel ausgibt. Die Defizite können zu groß sein. Aber ein Beweis für zu hohe Ausgaben ist die Inflation, und meistens sind die Defizite zu klein, nicht zu groß. 2)Seit Jahren wird landauf, landab von „Experten“ und Politikern von Inflation geschwafelt(!) – bleibt nur eines: Es gibt sie nicht!!

Der dritte Mythos ist, dass Defizite die nächste Generation belasten werden. Politiker lieben es, mit diesem Mythos aufzutreten und zu verkünden, dass wir durch Defizite das Leben unserer Kinder und Enkelkinder ruinieren und ihnen lähmende Schulden aufbürden, …

Die Quelle – und noch drei weitere Mythen – ist hier zu finden.

Einzelnachweise   [ + ]

1. Das ist das Problem, welches hier angesprochen wird, wenn MYTHOS feststellt, dass die Menschen „entspart“ würden nähme der Staat – zur Schuldentilgung – ihnen das wieder ab was er vorher gegeben hat!
2. Seit Jahren wird landauf, landab von „Experten“ und Politikern von Inflation geschwafelt(!) – bleibt nur eines: Es gibt sie nicht!!

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