Vom „Zahler-Virus“ bis zu „Wer soll das bezahlen?“ – Teil 4 – Zusammenfassung

Mit dem – zugegeben etwas polemischen – Begriff „Zahler-Virus“, dem SARS-CoV-2 und den Fragen: Was unterscheidet diese beiden Viren und welcher Virus ist „wirksamer“?, haben wir diese Miniserie begonnen, die wir nun mit einem Fazit als Antwort abschließen wollen.

Zahler-Virus – Gordon Johnson, Pixabay.com
SARS-CoV-2 – Joseph Mucira, Pixabay.com

Beide Viren sind pandemisch. Der „Zahler-Virus“ 1)bereits hier erklärt treibt sein Unwesen seit mindestens 100 Jahren und ist von Menschen gemacht. Er ist weltweit genauso verbreitet wie die Krankheit Covid-19 die durch SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Letzterer ist für Menschen durchaus sehr gefährlich und zwingt die Staaten weltweit zu die Gesellschaften, die nationalen Gesundheitssysteme und die Volkswirtschaften belastenden Maßnahmen. Wie belastend diese sind – die Pandemie ist noch nicht vorbei – werden wir erst in 2-5 Jahren wissen, Medikamente oder ein Impfstoff gegen Covid-19 sind noch nicht verfügbar.

Der „Zahler-Virus“ ist viel schlimmer, also viel „wirksamer“ als SARS-CoV-2: Er ist schleichend, unsichtbar und es scheint eigentlich alles in Ordnung: Die Experten (besser „Ächtzperten“) aus den Regierungen, der Politik und der Ökonomie haben diesen Virus den Menschen seit mehr als 100 Jahren in die Köpfe gepflanzt und zwischenzeitlich glauben die meisten Menschen an diesen Virus: dass „jemand bezahlen muss“! Bezahlen muss für Miete, Wasser, Boden, Klima, Umwelt – kurz: Für den Lebensunterhalt. Das ist logisch! Aber müssen es nur die ohne großes Kapital, ohne großes Vermögen sein, die den relativ größten Teil dieser Zahllast tragen? Die 99%? Während die 1% geschont werden? Und muss erst festgestellt werden, dass Warren Buffetts Sekretärin relativ mehr Steuern zahlt als er selbst? Warren Buffett ist der 6-reichste Mensch der Welt!

Es ist ja nicht diese Schieflage allein, die man bekämpfen muss (besser: besiegen muss), es ist das verlogene Konzept welches sich hinter dem „jemand muss bezahlen!“ versteckt. Bezahlen müssen alle: Mit zukünftiger, realer Arbeit 2)Backing of money (1)
There is, in the end, only one possible backing of money, and tahat is human work. All the mechanisms of banking an finance tend to hide this basic fact.
(deutsch:) Die Rückdeckung von Geld (1)
Es gibt letztlich nur eine mögliche Grundlage für Geld, und das ist die menschliche Arbeit. Alle Mechanismen des Bank- und Finanzwesens neigen dazu, diese grundlegende Tatsache zu verschleiern. [Übersetzung HHö; Quelle]
und nicht mit der Rede von einem scheinbar nützlichen, wohlstandmehrenden und unentbehrlichen Finanzcasino (genannt Finanzsektor, oder auch bekannt als „Finanzindustrie“) an die längere Seite des Hebels zu tricksen: Man kann nur mit ehrlicher Arbeit, der Herstellung von Waren und Dienstleistungen, Geld machen. Mehr Geld aus Geld? Das geht nicht wie wir bereits im verlinkten Artikel „Was hinter dem Geld steht“ ausreichend belegt haben.

„Wer soll das bezahlen?“ Wir alle – mit täglicher Arbeitsleistung! Der „Finanzsektor“– in der Form, in der er seit mehr als 100 Jahren sein Unwesen treibt – muss liquidiert werden. Alle Menschen müssen daran mithelfen und die herrschenden Politiken dementsprechend entschlacken und auf den gemeinsamen, allen Menschen nützenden Weg bringen. Getreu dem Sinne nach:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle aller Menschen widmen, deren Nutzen mehren, Schaden von ihnen wenden, die Gesetze wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. … .“

Es geht um das liebe Geld3)Eine Unterscheidungen zwischen Zentralbankgeld und Giralgeld, sowie zwischen Geldvermögen und Kapitalvermögen, werden wir in bald folgenden Postings vornehmen. Wenn wir also bedenken:

  • Das Geld ist das Geschöpf der entsprechend geltenden Gesetze eines Staates – das Geld kommt vom Staat
    – Der Staat finanziert sich laufend selbst; Steuern sind zur Finanzierung des Staates nicht notwendig 4)s. bspw. hier, hier in den Links dort und in diesem Beitrag auf dlf.

  • Das Geld geht zurück an den Staat
    – Der Staat verpflichtet die Menschen zu Zahlung von Steuern und Abgaben – so wird bewirkt, dass nicht immer mehr Geld in der Wirtschaft kursiert, und die Inflation wird gedämpft. Durch Emission von Staatsanleihen („Staatsschulden“) wird weiteres Geld „stillgelegt“, d.h. es wird Geld als Zahlungsmittel gegen Schuldpapiere – die nicht als Zahlungsmittel gelten oder verwendet werden – eingetauscht (Inflationsdämpfung und Setzung einer unteren Zinsmarke).

  • Zwischen seiner Emission und seiner Rückkehr zum Staat erzeugt das Geld Wirtschaftstätigkeit
    – Zur Begleichung der Steuerschuld gegenüber dem Staat benötigen die Menschen das Zahlungsmittel, welches der Staat als alleiniges anerkennt: Das Geld des Staates. Das bedeutet: Alle Menschen und Wirtschaftssubjekte eines Staates entfalten Wirtschaftstätigkeit (arbeiten) um das gesetzlich vorgeschriebene Zahlungsmittel (Geld) zu bekommen. So erzwingt das Geld des Staates seine Akzeptanz.

  • Das Geld erzeugt alle Einkommen
    – Wird Geld ausgegeben, verschwindet es nicht im Nirgendwo; wird Geld eingenommen kommt es nicht aus dem Nirgendwo! Es ist logisch vielmehr so, dass die Ausgaben des Einen die Einnahmen des Anderen sind!

Sind die genannten Punkte falsch? Braucht man zur Erfüllung eines der Punkte einen Finanzsektor? Zweimal Nein!

Der „Zahler-Virus“ bezeichnet – im Wortsinn – eine völlig kranke Situation die die Menschen sich haben einreden lassen5)Schuld an diesem Schattendasein ist eine Denkgewohnheit, die man ‚Ideologie des unpolitischen Geldes‘ nennen kann: eine verbreitete Art und Weise, über Geld zu sprechen und über Geld nachzudenken, die die Gelderzeugung als eine Art neutrale ökonomische Technologie behandelt, die dann am besten im allgemeinen Interesse operiert, wenn man sie vor Partikularinteressen schützt; das heißt wenn die Politik sich raushält. Zitat aus dem oben verlinkten Beitrag des dlf und an die sie – dank ständiger Wiederholung – glauben!

An all den genannten Stellen entsteht – ebenfalls logisch – kein Anspruch eines Finanzsektors auf Zins oder eine „ökonomische Rente“, das sind Überbleibsel aus feudaler Zeit die beseitigt gehören.

Es ist zu wiederholen: Der „Finanzsektor“ – in der Form, in der er seit mehr als 100 Jahren sein Unwesen treibt – muss liquidiert werden. Er ist nicht völlig überflüssig – z. B. werden Banken für das tägliche Geschäft in der realen Wirtschaft gebraucht –, jedoch muss der Finanzsektor streng reglementiert, überwacht und die entsprechenden Gesetze müssen durchgesetzt werden. Man muss eine strikte Trennung zwischen der realen Wirtschaft und dem Finanzcasino (z. B. „Investmentbanking“) herstellen – und unbedingt garantieren! Man darf sich nicht einreden lassen, dass durch die Beschließung solcher Maßnahmen der Wohlstand der Bevölkerung gefährdet wird! Eher ist es  für die 99%  umgekehrt: Ihre volle Teilhabe am Wohlstand wird reduziert und behindert.

Zu dieser Zusammenfassung wird es nächsten Freitag noch einen Nachtrag geben.

Einzelnachweise

1 bereits hier erklärt
2 Backing of money (1)
There is, in the end, only one possible backing of money, and tahat is human work. All the mechanisms of banking an finance tend to hide this basic fact.
(deutsch:) Die Rückdeckung von Geld (1)
Es gibt letztlich nur eine mögliche Grundlage für Geld, und das ist die menschliche Arbeit. Alle Mechanismen des Bank- und Finanzwesens neigen dazu, diese grundlegende Tatsache zu verschleiern. [Übersetzung HHö; Quelle]
3 Eine Unterscheidungen zwischen Zentralbankgeld und Giralgeld, sowie zwischen Geldvermögen und Kapitalvermögen, werden wir in bald folgenden Postings vornehmen
4 s. bspw. hier, hier in den Links dort und in diesem Beitrag auf dlf
5 Schuld an diesem Schattendasein ist eine Denkgewohnheit, die man ‚Ideologie des unpolitischen Geldes‘ nennen kann: eine verbreitete Art und Weise, über Geld zu sprechen und über Geld nachzudenken, die die Gelderzeugung als eine Art neutrale ökonomische Technologie behandelt, die dann am besten im allgemeinen Interesse operiert, wenn man sie vor Partikularinteressen schützt; das heißt wenn die Politik sich raushält. Zitat aus dem oben verlinkten Beitrag des dlf

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.