„Wer soll das bezahlen?“ – Teil 2 – Was macht das Geld noch im Kreislauf der Wirtschaft?

Wir haben bis hier eine Vorstellung bekommen, was Geld ist (ein Geschöpf der Rechtsordnung), woher es kommt und wieder hingeht (vom Staat, zum Staat) und was es zwischen Ursprung und seinem Verschwinden bewirkt (Wirtschaftstätigkeit).

Geld ausgeben, Wirtschaftstätigkeit, Geld wieder einsammeln – Nattanan Kanchanaprat - Pixabay

Der Verbleib des Geldes ist final geklärt: Das Geld wird durch Steuern, Gebühren und Abgaben wieder eingezogen bzw. durch Umwandlung in Schuldpapiere (Staatsanleihen) dem Kreislauf entzogen und so stillgelegt. Das laufend ausgegebene Papiergeld (mal mit der Unterschrift von Wim Duisenberg auf den Scheinen, mal mit der von Jean-Claude Trichet oder Mario Draghi, jetzt mit der von Christine Lagarde) wird laufend eingezogen und geshreddert1)Für das Publikum lauted dann der Hinweis: „Alte“, defekte, verschmutzte Geldscheine werden eingezogen, neue Scheine – mit neuen, weiterentwickelten Sicherheitsmerkmalen wegen der bösen, bösen Geldfälscher – werden ausgegeben … Ja, das ist ja nicht falsch, aber nur der Teil der Geschichte der den Rest derselben – der Steuerzahler finanziert alles – den Menschen glaubhaft machen soll.; das Münzgeld spielt keine Rolle, die Summe des Münzgeldes ist unerheblich. So wird unter laufender (Selbst-)Finanzierung des Staates Inflation verhindert. Und doch fehlt noch ein überaus wichtiger Aspekt: Außer der Entfaltung der Wirtschaftstätigkeit – weil alle Teilnehmer an der Wirtschaft, staatliche und private Produzenten und Konsumenten das staatliche Geld benötigen um ihren Verpflichtungen gegenüber dem Staat nachzukommen – was macht das Geld noch im Kreislauf der Wirtschaft?

Das Geld erzeugt alle Einkommen eben durch die Entfaltung der Wirtschaftstätigkeit! Warum das wiederholt hervorgehoben wird – und so ungeheuer wichtig ist – ist leicht zu erklären, das bedeutet nämlich:

Die Ausgaben des Einen sind die Einnahmen des Anderen!

Dieses ist ein unvermeidbares Gesetz der Logik und entspricht den Gesetzen der betriebswirtschaftlichen Buchführung auf der volkswirtschaftlichen Ebene: „Keine Buchung ohne Gegenbuchung!“. Im anderen Zusammenhang wird gerne die volkstümliche Formulierung verwendet: „Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein Anderer!“ Genauso ist es, im wahrsten Sinne des Wortes!

Einzelnachweise   [ + ]

1. Für das Publikum lauted dann der Hinweis: „Alte“, defekte, verschmutzte Geldscheine werden eingezogen, neue Scheine – mit neuen, weiterentwickelten Sicherheitsmerkmalen wegen der bösen, bösen Geldfälscher – werden ausgegeben … Ja, das ist ja nicht falsch, aber nur der Teil der Geschichte der den Rest derselben – der Steuerzahler finanziert alles – den Menschen glaubhaft machen soll.
Saldenmechanik – Wolfgang WALDNER & C.G.BRANDSTETTER – Wikipedia

Die Einnahmen entsprechen den Ausgaben, das Defizit („Ausgabenüberschuss“) dem „Einnahmeüberschuss“.

Zur Verdeutlichung der Bedeutung dieses Gesetzes für alle Menschen knüpfen wir hier die Frage an1)Weitere Fragen und Konsequenzen bleiben den Teilen 3 und 4 vorbehalten: Kann man Geld verschwenden? Klare Antwort: Jein! Selbstverständlich kann man Geld verschwenden: Bei der Verfolgung von Zielen ist es sicher ein Hemmnis, wenn man durch zu hohe Ausgaben an einer Stelle die Zielerreichung an anderer Stelle gefährdet bzw. unmöglich macht. Verschwendung? Ja!

Andererseits kann man sehr wohl die Meinung vertreten, dass nach dem Gesetz Die Ausgaben des Einen sind die Einnahmen des Anderen es auf volkswirtschaftlicher Ebene nicht sein kann, dass Geld verschwendet wird; es stellt eben Einnahmen, Einkom-men der anderen Seite dar! Verschwendung? Nein! Dass breite Bevölkerungskreise einen anderen Eindruck haben, ist einer problematischen Verteilung von Geld, Vermögen und Einkommen geschuldet und hat mit der gestellten Frage zur Verschwendung nichts zu tun. Wir wollen uns hier mit den zeitnahen Auswirkungen des Satzes: Die Ausgaben des Einen sind die Einnahmen des Anderen! beschäftigen. Verschwendung, so gesehen? Nein!2)Was uns hier nicht interessiert, jenseits des zeitnahen Horizonts: Es besteht natürlich auch die Möglichkei, dass auf volkswirtschaftlicher, makroökonomischer Ebene eine Verschwendung sattfinden kann. Gerade die Corona-Pandemie zeigt es: Werden im Niedergang befindliche Strukturen und Wirtschaftsbereiche mit Milliardensummen am Leben erhalten, ist es bis zur Verschwendung nicht mehr weit!

Einzelnachweise   [ + ]

1. Weitere Fragen und Konsequenzen bleiben den Teilen 3 und 4 vorbehalten
2. Was uns hier nicht interessiert, jenseits des zeitnahen Horizonts: Es besteht natürlich auch die Möglichkei, dass auf volkswirtschaftlicher, makroökonomischer Ebene eine Verschwendung sattfinden kann. Gerade die Corona-Pandemie zeigt es: Werden im Niedergang befindliche Strukturen und Wirtschaftsbereiche mit Milliardensummen am Leben erhalten, ist es bis zur Verschwendung nicht mehr weit!

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.