„Wer soll das bezahlen?“ – Teil 1c – Was macht das Geld zwischen Ursprung und seinem Verschwinden?

Bisher haben wir die Fragen Was ist Geld?, Wo kommt das Geld her?, Wo geht das Geld hin? ausreichend geklärt. Wenden wir uns nun der Frage zu: Was macht das Geld zwischen Ursprung und seinem Verschwinden?, zwischen seiner Ausgabe durch den Staat und seinem Rückfluss dorthin.

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Zu erst ein kurzes Nachdenken über die Frage nach der allgemeinen Akzeptanz und dem allgemeinen Gebrauch des staatlichen Geldes. Wir haben bereits herausgearbeitet:1)siehe hier: Stephanie Bell (Kelton), 1998, und Beardsley Ruml, 1946

Da einerseits die Ausgaben des Staates und seine Einnahmen zeitlich auseinanderfallen finanziert sich der Staat laufend selbst („Gelddrucken“) – mit anderen Worten: Am einen Ende gibt der Staat laufend Geld aus („ausgeben“ im doppelten Sinn des Wortes: a) Rechnungen, Gehälter und Pensionen bezahlen und b) in den Verkehr bringen) – so kommt immer mehr Geld in Umlauf. Um das zu vermeiden sammelt der Staat deshalb das Geld am anderen Ende wieder ein, damit so keine Inflation entstehen kann.

Steuereinnahmen zur Finanzierung der laufenden Ausgaben des Staates sind [im Prinzip] nicht notwendig.

Durchdenkt man diesen Vorgang logisch, dann wird auch klar wie es zur allgemeinen Akzeptanz und zum allgemeinen Gebrauch des staatlichen Geldes kommt: Der Staat braucht logisch die Steuereinnahmen nicht zu seiner Finanzierung – aber zur Werterhaltung seines Geldes, weil der Staat eben nur in seinem Geld zahlt und nur sein Geld als Zahlung annimmt! So sind alle Teilnehmer am Wirtschaftskreislauf gezwungen, Staatsgeld (die proklamierte Währung) zu erwerben um ihrerseits ihren jeweiligen Verpflichtungen (Steuern, Gebühren, Abgaben) nachzukommen. Praktisch führt das zur allgemeinen Nutzung des staatlichen Geldes unabhängig von dessen Form: Bargeld, Schecks, Giralgeld („Geld auf dem Konto“), Wechsel, Wertmarken (z. B. bei privaten Veranstaltungen/ Märkten, Chips auf der Spielbank) und Regionalwährungen (auf Regionalmärkten, z. B. Chiemgauer, Rheintaler): Sie alle sind in der staatlichen Währung denominiert („benannt“) bzw. lassen sich darauf zurück führen.

Würde man diesen Vorgang nun als Staatsfinanzierung bezeichnen, so wäre der Vorgang vom Ende her rückwärts gedacht das ist aber eine logische Unmöglichkeit! Daher kommt erst das Geld vom Staat („Geld-zuerst-Regel“), damit dann die Wirtschafts-subjekte (Menschen)  Steuern, Abgaben und Gebühren zahlen können.

Es ist also nicht – wie man oft hört – das Vertrauen in die geltende Währung, welches zur Akzeptanz des staatlichen Geldes führt, es ist Zweckmäßigkeit und schiere Notwendigkeit.2)Zur Verdeutlichung: Mein Auto funktioniert nicht, weil ich ihm vertraue; es funktioniert und deshalb vertraue ich ihm. Das in meinem Wirtschaftsraum gebräuchliche Geld funktioniert nicht, weil ich ihm vertraue – es funktioniert, deshalb vertraue ich ihm!

Zurück zur Frage: Was macht das Geld zwischen seinem Anfang und seinem Ende? Diese Frage ist nun sehr kurz zu beantworten: Das Geld erzwingt die Wirtschaftstätigkeit (und erleichtert sie)!

Es ist wie immer im Leben: Nicht das Ding an sich ist böse; es kommt immer darauf an, was man damit macht, wie man es einsetzt!

Einzelnachweise   [ + ]

1. siehe hier: Stephanie Bell (Kelton), 1998, und Beardsley Ruml, 1946
2. Zur Verdeutlichung: Mein Auto funktioniert nicht, weil ich ihm vertraue; es funktioniert und deshalb vertraue ich ihm. Das in meinem Wirtschaftsraum gebräuchliche Geld funktioniert nicht, weil ich ihm vertraue – es funktioniert, deshalb vertraue ich ihm!

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