„Wer soll das bezahlen?“ – Teil 1b – Wo kommt das Geld her und wo geht es hin?

Im vorherigen Posting haben wir ausreichend geklärt, was Geld ist: Geld ist das vereinbarte, das gesetzlich festgelegte Zahlungsmittel (siehe auch hier).

Es bleiben die Fragen: a) Wo kommt das Geld her, b) wo geht es hin?

Wirtschftskreislauf/Geldkreislauf – Gerd Altmann, pixabay.com

Zur Frage a) Wo kommt das Geld her? gibt es nur eine logische Antwort: Das Geld kommt von demjenigen der die Macht hat es zu bestimmen (zu definieren und zu benennen), die Macht hat das Geld herzustellen, in die Gesellschaft und auf den Markt zu bringen und dessen allgemeine Akzeptanz zu bewirken. Das ist die Logik, die Georg Friedrich Knapp in seiner „Staatliche Theorie des Geldes“ fundiert herausarbeitet (1. Auflage 1905).1)Wer sich das Buch nicht kaufen möchte (in einem Antiquariat oder die Neuauflage bei MAKROSKOP – ISBN 978-3-947056-04-0) kann es auch bei archive.org in deutsch und englisch finden – ggf. ist eine Registrierung dort erforderlich.

Die Quelle für das Geld kann logisch nur der Staat sein! Nur er hat die Macht „das Geld zu proklamieren und aufzudrängen“ (Knapp), also herzustellen, zu benennen und die Akzeptanz seines Geldes dadurch zu bewirken, dass er Zahlungen nur in seinem Geld tätigt und nur sein Geld für Zahlungen an ihn selbst akzeptiert.

Wie können Unternehmen und Haushalte Steuern zahlen, wenn [doch] kein [kein staatlich akzeptiertes] Geld in Umlauf ist? Steuerzahlungen müssen zeitlich gesehen nach der Injektion von [staatlich akzeptierten] Geld stehen, denn sonst ist einfach kein Geld vorhanden, um Steuern zahlen zu können. Mit anderen Worten: In einem modernen Geldsystem gibt der Staat zuerst Geld aus und nimmt dann dieses Geld als Tilgung von Steuerverbindlichkeiten wieder zurück … [Modifikationen des Zitats in [] HHö]

Quelle (Dirk Ehnts 2018, „Modern Monetary Theory“ und Europäische Makroökonomie – S. 90)

Ist etwas anderes überhaupt vorstellbar? Welche andere Quelle außer dem Staat könnte es denn sonst geben? Wem auch immer der Verfasser dieses Postings die Frage gestellt hat „Woher kommt das Geld, wo ist seine Quelle?“ bekam bisher stets die Antworten entweder: „Das Geld ist …“ – das aber war nicht gefragt (MYTHOS-Leser wissen, was Geld ist: „ein Geschöpf der Rechtsordnung“) – oder einen Redeschwall über Gelddrucken, Inflation (alles Pfui) Venezuela, Argentinen, die Türkei … (auch Pfui, „so wie dort wird es dann auch kommen“) usw.,2)Die Inflation und die allgemein finanziell angeschlagene Situation der Länder mit schwachen Währungen lassen sich hier auf MYTHOS zu einem anderen Zeitpunkt erklären – nicht unbedingt als wissenschaftlich abgesicherte „letzte Wahrheit“ jedoch mit guten Argumenten die Denkanstöße liefern für Fragen die an die zu stellen sind, die uns immer noch täglich ihre Märchen auftischen: Ökonomik und Politik – in dieser Reihenfolge! das ist aber auch nicht gefragt. Es gibt auch Antworten wie: „Das Geld kommt von der Bank“ … die wir hier nicht vertiefen wollen denn spätestens bei der Nachfrage: „Und woher hat es die Bank?“ kommt ein finales „Du nervst, lass‘ mich mit so‘m Scheiß in Ruhe!“ Kurzum: Es gibt bisher keine alternative Antwort zu der hier vertretenen.

Nun zur Frage b): Wo geht das Geld hin? Auch hier gibt es – ohne wenn und aber – nur eine logische Antwort: Zurück zu seinem Ursprung, also zurück zum Staat.3)Hier könnte sich die Frage ergeben: Und was passiert dann mit dem Geld: Es wird vernichtet! Genauso wie sich ein Darlehn, ein Kredit bei seiner Ablösung – durch laufende Tilgungen – zu Null auflöst, also der Kredit, die Schulden „vernichtet“, aufgelöst werden wird das Geld, das an den Staat zurückfließt „aufgelöst“, vernichtet. Während man früher das alte Geld verbrannt hat – siehe hier, verbrennen von Virginia-Pound (Video ’26:00 – ’30:00) und hier, verbrennen von tally sticks (Kerbhölzer, historisches Zahlungsmittel – das Ereignis wurde von William Turner im Bild festgehalten) – wandert es heute in den Shredder! Alle Wirtschaftssubjekte, also alle privaten (Verbraucher und Unternehmen) und staatlichen Teilnehmer an der Wirtschaft, am Wirtschaftskreislauf (s. Symbolbild) zahlen Steuern und Abgaben vielfältigster Art. Da einerseits die Ausgaben des Staates und seine Einnahmen zeitlich auseinanderfallen muss er sich laufend selbst finanzieren („Gelddrucken“)4)eine eigene Übersetzung der verlinkten Arbeit ins Deutsche ist vorhanden und kann ggf. angefragt werden – mit anderen Worten: Am einen Ende gibt der Staat laufend Geld aus 5)„ausgeben“ im doppelten Sinn des Wortes: a) Rechnungen, Gehälter und Pensionen bezahlen und b) in den Verkehr bringen – so kommt immer mehr Geld in Umlauf. Um zu vermeiden dass dadurch Inflation entsteht sammelt der Staat deshalb das Geld am anderen Ende wieder ein.

Wie wir bereits schon festgestellt haben (bspw. hier und hier): Der Staat steuert die Inflation durch die Erhebung von Steuern und Abgaben vielfältigster Art und gibt Staatsanleihen (Schuldpapiere) aus um das im Umlauf befindliches Geld einzusammeln und auf diese Weise stillzulegen. Anders lautende Erzählungen sind nicht logisch! Deshalb werden umfangreiche („fachchin-esische“, für Leser wie Du und ich, nicht verständliche) Literatur und „wissenschaftliche“ Modelle (nix Realität und Erfahrungs-wissen – Modelle!) bemüht. So macht sich die Ökonomik unentbehrlich und „berät“ die Politik, die Menschen von einer Krise in die nächste zu steuern (jaja, die „Ächtzperten“).

Wir fassen bis hierhin zusammen:

  • Das Geld ist das vereinbarte, das gesetzlich festgelegte Zahlungsmittel (durch Proklamation des Staates)
  • Das Geld kommt vom Staat in den Geld-, den Wirtschaftskreislauf (durch Ausgabe des Staates)
  • Das Geld geht aus dem Geld-, dem Wirtschaftskreislauf wieder an den Staat zurück (durch Steuern, Abgaben und Stilllegung durch staatliche Schuldpapiere)

Dass dies alles etwas komplizierter in unserer Wahrnehmung darsteht6)z. B.: die zwei unabhängige Geldkreisläufe, der Unterschied Zentralbankgeld zu Giralgeld, muss einem separaten Posting vorbehalten bleiben. hat damit zu tun, dass der Kern der Sache „Geld“ – der hier dargelegt wird aus der Sicht der „modernen Geldtheorie“ – überwuchert wird von einem komplexen Überbau aus Lug und Trug, Interessen und Miss- und Unverständnissen. Dort ist sicher hier und da einiges an Bedenkswertem dran, man darf trotzdem die hier beschriebene Basis nicht verlassen und – beispielhaft – die Funktion eines Hauses über die Schönheit des Gartens, des Vorgartens, der Bepflanzung, der Garage, der Farbe der glasierten Dachziegel, den Fenstern, deren Form und Größe, den Zierelementen hier und da … vergessen oder gar in Zweifel ziehen!

Wir müssen reden! Die alten Zöpfe müssen abgschnitten, die Mythen aufgeklärt werden.

Einzelnachweise   [ + ]

1. Wer sich das Buch nicht kaufen möchte (in einem Antiquariat oder die Neuauflage bei MAKROSKOP – ISBN 978-3-947056-04-0) kann es auch bei archive.org in deutsch und englisch finden – ggf. ist eine Registrierung dort erforderlich.
2. Die Inflation und die allgemein finanziell angeschlagene Situation der Länder mit schwachen Währungen lassen sich hier auf MYTHOS zu einem anderen Zeitpunkt erklären – nicht unbedingt als wissenschaftlich abgesicherte „letzte Wahrheit“ jedoch mit guten Argumenten die Denkanstöße liefern für Fragen die an die zu stellen sind, die uns immer noch täglich ihre Märchen auftischen: Ökonomik und Politik – in dieser Reihenfolge!
3. Hier könnte sich die Frage ergeben: Und was passiert dann mit dem Geld: Es wird vernichtet! Genauso wie sich ein Darlehn, ein Kredit bei seiner Ablösung – durch laufende Tilgungen – zu Null auflöst, also der Kredit, die Schulden „vernichtet“, aufgelöst werden wird das Geld, das an den Staat zurückfließt „aufgelöst“, vernichtet. Während man früher das alte Geld verbrannt hat – siehe hier, verbrennen von Virginia-Pound (Video ’26:00 – ’30:00) und hier, verbrennen von tally sticks (Kerbhölzer, historisches Zahlungsmittel – das Ereignis wurde von William Turner im Bild festgehalten) – wandert es heute in den Shredder!
4. eine eigene Übersetzung der verlinkten Arbeit ins Deutsche ist vorhanden und kann ggf. angefragt werden
5. „ausgeben“ im doppelten Sinn des Wortes: a) Rechnungen, Gehälter und Pensionen bezahlen und b) in den Verkehr bringen
6. z. B.: die zwei unabhängige Geldkreisläufe, der Unterschied Zentralbankgeld zu Giralgeld, muss einem separaten Posting vorbehalten bleiben.

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