Ist das noch Satire – oder schon Drama? No. 8b – vorläufiger Schluss, €uropa …

… den Rest kriegen wir in den nächsten 2-3 Jahren, so lange hält der €uro … na, lassen wir das für’s erste!

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay.com

Für die Politik passt das obige Bild eigentlich immer 😀!

Es wurde bereits auf MYTHOS thematisiert:

Das besonders Schlimme daran ist: Es ist klar, dass alle Probleme, die in der Vergangenheit angesammelt und „kultiviert“ wurden unter diesem Brennglas gesehen und mit Covid-19 entschuldigt werden. Deshalb die klare Feststellung: Covid-19 ist die Ursache für nichts, es ist lediglich der Lackmustest der die Systemschwächen und -fehler unseres Wirtschaftssystems offenlegen wird!

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SARS-CoV-2 lehrt uns:

… In Notzeiten zeigt sich, wer wes Geistes Kind ist, wem man vertrauen kann und wem nicht. Es zeigt sich auch, wer die intellektuelle Fähigkeit hat, über seinen eigenen Schatten zu springen und seine eigenen Dogmen in Frage zu stellen. Deutschland, die Niederlande und Österreich führen gerade vor, dass sie nicht über die Tollkühnheit verfügen, die zur Klugheit wird. Das wird sich bitter rächen.

Um genau zu wissen, worum es dabei geht, muss man nur das Interview anhören, das Bundeswirtschaftsminister Altmaier gestern dem Deutschlandfunk gegeben hat. Da ist es wieder klar, dass nur diejenigen in Europa, „die sich in den vergangenen Jahren wirklich angestrengt haben“, jetzt auch die Möglichkeit haben können, ohne jedes Problem und ohne jeden Zinsaufschlag das Geld aufzunehmen, das sie zur Bekämpfung der Corona-Krise brauchen. …“

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Und man ist feste dabei, den €uro und die EU zu demontieren: „Monsieur Macron, die Deutschen und Europa“

Präsident Macron hat den anderen europäischen Politikern, insbesondere den deutschen, eine Lehrstunde in Sachen Krisenbekämpfung gegeben. Wer jetzt nicht begreift, dass es für Europa und den Euro um Leben und Tod geht, der wird nie etwas begreifen.

Das absolut peinliche an der Affäre ist doch, dass Präsident Macrons – dessen Fan man nicht unbedingt sein muss, er ist trotzdem eine maßgebliche Stimme in der EU – neueste Reaktion auf die Situation in der EU erneut in den deutschen Medien und in der Politik totgeschwiegen wird, zum wievielten mal eigentlich?

Wie nicht anders zu erwarten, ist das Interview [von Präsident Macron für die FT, HHö] in den deutschen Medien kaum zur Kenntnis genommen worden. Es ist aber in weiten Teilen direkt an die Deutschen (und Niederländer und Österreicher) gerichtet, denen der französische Präsident den Spiegel vorhält und sie fragt, ob sie wirklich so sein wollen, wie sie derzeit in Europa erscheinen. Selten, vielleicht noch nie hat ein französischer Präsident so klar gesagt, dass die Art und Weise, wie einige nördliche Länder in Europa agieren, sehr schnell das Ende Europas mit sich bringen kann. Er warnt eindrücklich vor dem „Populismus“, den nationalistischen Kräften, die im Süden Europas und in seinem eigenen Land die Oberhand gewinnen könnten. Drei Punkte scheinen mir besonders wichtig.

Wer hat die Grenzen geschlossen?

Wer zahlt welche Zinsen?

Der deutsche Exportüberschuss und das Transfer-Problem

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Mit dem „Transfer-Problem“ spricht Flassbeck die Sünden des Versailler Vertrages an1)Das Transfer-Problem kann man nicht in drei Sätzen abhandeln. Um ein Gefühl dafür zu vermitteln: Das wesentliche Problem ist, ansatzweise beschrieben in Was hinter dem Geld steht: „Hinter dem Geld steht menschliche Arbeit (der Blaumann!), die Erzeugung realer Güter!“ soll hier heißen: Wie können schwerbeschädigte Volkswirtschaften – Deutschland nach dem WK I, Griechenland nach den Kürzungsprogrammen der Troika, Italien und Spanien nach den Sparauflagen der Troika – noch ihren ureigenen Aufgaben und den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung nachkommen, und darüberhinaus weitere Bedingungen erfüllen? Das geht nur mit der Erzeugung von realen Gütern – deren Herstellung aber durch die Auflagen und den Bedingungen erschwert werden!;

Er [Macron] sagt, es sei ein großer Fehler der Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg gewesen, im Vertrag von Versailles auf deutschen Reparationen zu beharren. Mit diesen Reparationen (deren Existenz später von John Maynard Keynes das „Transfer-Problem“ genannt wurde) habe man fatale Fehlentwicklungen in Gang gesetzt, die in einem neuen Krieg endeten. Bravo, Monsieur le Président! Das ist vollkommen richtig. Die Analogie ist in der Tat für die heutige Lage wichtig, weil Deutschland heute, so wenig wie Frankreich damals, zur Kenntnis nehmen will, dass man von den Südländern in der EWU nicht erwarten kann, Überschüsse im Außenhandel zu erwirtschaften, weil genau das die Nordländer verhindern wollen. Wer einem anderen etwas abverlangen will, was der aus rein logischen Gründen nicht erbringen kann, wird scheitern (wie hier gezeigt).

Die Frage, die Macron an Deutschland, die Nierderlande und Österreich richtet „ob sie wirklich so sein wollen, wie sie derzeit in Europa erscheinen.“ hat es in sich:

Wir erinnern uns an Griechenland, an Zypern, an die Troika und deren wüten dort und in Spanien, Portugal und Italien, an das Dublin-Abkommen (Südeuropa hat das Flüchtlingsproblem an der Backe, Nordeuropa macht sich einen schlanken Fuß – die Visegrád-Staaten (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) sind gleich ganz raus – und jetzt auch noch CORONA!

Hier noch ein besonders „schönes“Beispiel für das Wirken der Troika, insb. Deutschlands: Fraport kauft die lukrativen Flugplätze in Griechenland,

Dass Griechenland die Flughäfen erst nach massivem Druck der Bundesregierung  [Hervorhebung HHö] privatisiert hat und davon nun ein Unternehmen profitiert, das mehrheitlich dem deutschen Staat gehört – … nichts Ungewöhnliches.

(„für ’n Appel und ’n Ei“ muss man noch hinzufügen) die defizitären Flugplätze, gleichwohl für die Infrastruktur in GR notwendig, verbleiben bei Griechenland. So ist’s richtig, so macht man sich Freunde, das ist solidarische, europäische Hilfe! Man zieht das „Opfer“ nackig aus, legt ihm dann einen Strick um den Hals und fordert es auf jetzt doch endlich, befreit von der schweren Kleidung und all dem Drum und Dran, richtig Leistung zu bringen (Tschuldigung für den Sarkasmus)! Hier sind es (neben vielem anderen, was unter dem öffentlichen Rardar gelaufen ist), beispielhaft, die Flugplätze, wo anders sind es die Gesundheitssysteme, öffentliche Daseinsvorsorge usw.:

Deutschland hat, gemeinsam (und als treibende Schäuble Kraft) mit der Troika daran mitgewirkt, dass das italienische Gesundheitssystem schwer beschädigt wurde („Draghi, Merkel und Schäuble haben die Toten in Italien mit auf dem Gewissen“) und die Letten wissen auch ein Lied davon zu singen:

„Staatshaushalt gerettet – Patient tot: Letten beschweren sich über Brüssel“ (1.12.2010!)

Quelle via MAKROSKOP

Es ist so! Wer jetzt nix merkt, merkt bald überhaupt nichts mehr! Es bleibt dabei: „Noch Satire oder schon Drama?“ Keine Satire, kein Drama nur noch Tragödie … und zum Überfluss auch noch eine völlig versaute Vorstellung (Tschuldigung).

Nachwort: Neben MAKROSKOP, den NachDenkSeiten, Geld und mehr sei dem gelegentliche Studium anheim gegeben die Seite „Gemeinwohl Ökonomie“ (via Günter Grzeba).

Ich fühle mich, trotz des Inhaltes, sehr wohl am Ende des Postings, daher schöne Musik (mein Geschmack): My favorite things (Coltrane nach Rodgers/Hammerstein) in „a world version„.

Einzelnachweise   [ + ]

1. Das Transfer-Problem kann man nicht in drei Sätzen abhandeln. Um ein Gefühl dafür zu vermitteln: Das wesentliche Problem ist, ansatzweise beschrieben in Was hinter dem Geld steht: „Hinter dem Geld steht menschliche Arbeit (der Blaumann!), die Erzeugung realer Güter!“ soll hier heißen: Wie können schwerbeschädigte Volkswirtschaften – Deutschland nach dem WK I, Griechenland nach den Kürzungsprogrammen der Troika, Italien und Spanien nach den Sparauflagen der Troika – noch ihren ureigenen Aufgaben und den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung nachkommen, und darüberhinaus weitere Bedingungen erfüllen? Das geht nur mit der Erzeugung von realen Gütern – deren Herstellung aber durch die Auflagen und den Bedingungen erschwert werden!

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