Ist das noch Satire – oder schon Drama? No. 6 – „There is no glory in prevention“

eigenes Foto

„Die Krise ist so groß, da ist für jeden ein Heldenstück dabei.“ Helge Braun, Kanzleramtsminister. Nein, lieber Herr Braun, das ist der typische Fehler, es geht hier nicht um Heldenstücke, das ist falsches Bewusstsein einzelner: „Ich kann mich hier beweisen, ich bin wichtig, ich bin unverzichtbar!“

Es geht nicht darum, wer am schnellsten im Kreis rennt, dabei den meisten Staub aufwirbelt und am lautesten gackert, es geht nicht um Heldenstücke. Es geht, überspitzt formuliert, um die Wirkung keine Wirkung zuzulassen – ohne Dank; so könnte man das Ziel des Zitats in der Überschrift auch umformulieren.

„Es gibt keinen Ruhm in der Prävention.“ Ein Ziel erreichen für das es kein Zielfoto, keinen Ruhm und Dank gibt; welche Bedeutung hat das für die Zukunft?

Mahnung und Ansporn – das ist zu wenig! Hinzu kommen muss das Bewusstsein; sich bewusst sein, dass Prävention notwendig ist, dass Eigenschutz – bewusste, sorgfältige (Hand-)Hygiene und die Meidung von Gefährdungssituationen (Ansammlungen fremder Menschen) – und Fremdschutz zu betreiben ist; es muss, zumindest in Infektionszeiten wie heute, der Mundschutz zu einem Kulturgut werden, welches auch hier zu Hause ist und allgemein angewendet wird.

Unter diesem Aspekt betrachtet – und dem doch nicht zu vermeidenden Überbietungswettbewerb von Ländern und Politikern – kann das aktuelle „Krisenmanagement“ vermutlich zu einem ausgewachsen Unglück werden. In den Chor stimmen dann noch die lärmenden Funktionäre der Verbände und der Lobbyisten aller Couleur ein. Nicht das Problem ist das Problem, der Umgang damit IST das Problem.

Nur drei Vorschläge, die die Lage erheblich verbessern können:

1. Alles besser erklären! Es muss Unterschiede – aber auch Übereinstimmungen – geben zwischen zwischen Orten (Ländern) und Bereichen (öffentliche Einrichtungen, Berufe). Es folgt die Erklärung warum die Maßnahmen einerseits verschieden und andererseits so und nicht anders zu ergreifen sind.

2. Klare Vorgaben! Mundschutzpflicht beim Verlassen des Hauses! Es folgt die Erklärung warum das erforderlich ist und was diese Maßnahme bringt.

3. Der Kakophonie von Meinungen und „Theorien“ in der Öffentlichkeit entgegentreten! Es darf nicht sein, dass jeder logisch nachweisbare Unsinn trotzdem einfach im Raum stehen bleibt nach dem Motto: „Es gibt viele Meinungen, bitte suchen sie sich eine aus!“ So geht das nicht!

eigenes Foto

Es darf nicht vergessen werden: Die wahren Helden stehen im Schatten! Die Prävention ist es, der der eigentliche Ruhm gehört, den sie aber nie erhalten wird, denn „die Party“ (das Ereignis) hat ja nicht stattgefunden, ist durch Verhütungsmaßnahmen verhütet worden!

So soll es nicht sein (Friedricke Spiecker auf MAKROSKOP „Irren ist menschlich, Ignorieren ist fahrlässig“):

Als im Vorfeld des Sturmtiefs Sabine im Februar Wetterwarnungen an die Bevölkerung herausgegeben wurden und sich daraufhin viele an die empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen hielten, waren anschließend „nur“ zwei Tote in Deutschland zu beklagen und ereigneten sich vergleichsweise geringe Sachschäden. Manche Leute mäkelten anschließend herum, die Warnungen seien völlig übertrieben gewesen, es sei ja nichts passiert. Ob der relativ glimpfliche Ausgang genau den getroffenen Maßnahmen zu danken war, fragten diese Menschen nicht.

Quelle

Und auch hiermit muss Schluss sein (Dorian Hannig auf MAKROSKOP „Marktversagen im Gesundheitssystem“):

Die dramatischen Zustände in südländischen Krankenhäusern zeigen: Ein Gesundheitssystem, das sich dem Spardiktat der Marktliberalen unterwerfen musste, ist der Corona-Pandemie nicht gewachsen. Deutschland hat dies mit zu verantworten.
 
… Denn wo nur der Markt jederzeit und überall ein natürliches Gleichgewicht zwischen knappen Ressourcen und ihrem individuellen Bedarf gewährleisten kann, so die wohlklingende Prognose, da würde letztendlich auch nach akuten Krisenzeiten die frei entfaltete Flexibilität wieder zu einer möglichst schnellen Adaption an ein neues Gleichgewicht führen. …
 

Von einem Gleichgewicht ohne massive staatliche Hilfe kann nun aber in der Krise wohl kaum noch eine Rede sein. …

Denn die Gesundheit des Menschen ist im Wesentlichen ein öffentliches Gut. …

„Noch Satire oder schon Drama?“, Zwischenfazit 2: Immer noch Drama, die Mundschutzpflicht1)SARS-CoV-2 ist hochinfektiös, vor allem in den ersten 4-5 Tagen in denen in der Regel noch keine, oder sehr schwache, unspezifische Symptome vorliegen. Die Übertragung findet von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen- oder Aerosolinfektion statt. Kontatkinfektion durch Oberflächen ist möglich aber bisher noch nicht nachgewiesen, Quintessenz: Mundschutz muss als das Gesetz der Stunde gelten, ein einfacher Mundschutz als Fremdschutz, Schutz des Gegenübers, vor Tröpfcheninfektion. Logischer Effekt: Wenn alle Fremdschutz betreiben, sind alle recht gut geschützt! Gemeint sind nicht die exklusiv für das Gesundheits- und Pflegepersonal vorzusehenden FFP2- und FFP3-Masken, gemeint ist ein einfacher Mundschutz wie er in anderen Ländern in der Öffentlichkeit in Infektionszeiten gebräuchlich ist. Der kann auch selbstgefertigt sein. Nur eine Empfehlung zum Mundschutz auszusprechen ist klammheimliches „durchmerkeln“, wegducken vor der Entscheidung, ohne Aussicht auf die notwendige Akzeptanz! muss auf den Weg gebracht werden!
 
Genug für heute, die letzten Postings waren lang genug!
 
Update: Drosten Podcast #32 (Empfehlung): Von Anfang bis Ende interessant, besonders ab 25′ (zur WHO) und ab 31’20“ (zur spanischen Grippe). Die spanische Grippe kam in mehreren Wellen; wenn das mit Covid-19 ähnlich läuft, kann es noch ganz schön eng werden.

Einzelnachweise   [ + ]

1. SARS-CoV-2 ist hochinfektiös, vor allem in den ersten 4-5 Tagen in denen in der Regel noch keine, oder sehr schwache, unspezifische Symptome vorliegen. Die Übertragung findet von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen- oder Aerosolinfektion statt. Kontatkinfektion durch Oberflächen ist möglich aber bisher noch nicht nachgewiesen, Quintessenz: Mundschutz muss als das Gesetz der Stunde gelten, ein einfacher Mundschutz als Fremdschutz, Schutz des Gegenübers, vor Tröpfcheninfektion. Logischer Effekt: Wenn alle Fremdschutz betreiben, sind alle recht gut geschützt! Gemeint sind nicht die exklusiv für das Gesundheits- und Pflegepersonal vorzusehenden FFP2- und FFP3-Masken, gemeint ist ein einfacher Mundschutz wie er in anderen Ländern in der Öffentlichkeit in Infektionszeiten gebräuchlich ist. Der kann auch selbstgefertigt sein. Nur eine Empfehlung zum Mundschutz auszusprechen ist klammheimliches „durchmerkeln“, wegducken vor der Entscheidung, ohne Aussicht auf die notwendige Akzeptanz!

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.