Kakophonie Covid-19 – wo gibt es valide Information?

Markige Worte und Sensationen sind nicht hilfreich …

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… daher: „Solchen Wissenschaftlern würde ich gerne Kamera oder Mikrofon entziehen“ so Gerd Bosbach zur Corona-Debatte. Wichtig z.B. sein Beitrag zu den Begriffen:

Nun wissen wir aber nicht, wie viele Menschen überhaupt krank sind. Daher gibt es in der Medizinstatistik die Größe der Letalität, die berücksichtigt, dass wir die Zahl der Infizierten aus der Zahl der bekannt infizierten schätzen müssen. Dadurch ist die Letalität eine von der eigenen Schätzung abhängige, ungenaue Größe. Genauer wird es rechnerisch, wenn man nur die bekannt positiv Infizierten berücksichtigt, meist als Mortalitätsrate bezeichnet. … Wir haben also ein Begriffswirrwarr, das sich letztlich damit erklärt, dass wir immer wieder von Infizierten anstatt von positiv Getesteten reden. Im Gedächtnis bleiben davon die hohen Zahlen, etwa die von der WHO genannte Mortalitätsrate von 3,4%. Und das erzeugt Angst.

Meine Bitte, weit über Corona hinaus, ist, dass man sich klarmachen muss, wie so eine Prozentzahl überhaupt definiert ist und sich dann den Zähler und den Nenner genau anschaut.  …

Weiter führt Bosbach aus:

… Annahmen müssen von entsprechenden Fachleuten getroffen werden. Dazu sind weder die Politik noch die Medien in der Lage. Wie man aus diesem Dilemma herauskommt, ist nicht so leicht zu beantworten.

Bei nicht so dringlichen Fragen rate ich zu einer möglichst breiten Debatte über die Annahmen und zu Berechnungen mit verschiedenen Annahmen, sogenannten Szenarien. Bei eiligen Fragen müssten eigentlich überwiegend Wissenschaftler zu Rate gezogen werden, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. Genau das ist jedoch der Punkt, an dem ich Kritik äußern möchte. Man nimmt oft genau die Leute, die sich in der Vergangenheit geirrt haben und von denen man zum Teil auch weiß, dass sie interessengeleitet sind. Das Robert Koch-Institut ist damals bei der Schweinegrippe schon negativ aufgefallen. Bei anderen Politikbereichen wie der Rentendebatte dürfen sogar hoch belastete Leute, denen man massive Fehler und Interessen nachgewiesen hat, als sogenannte Experten wieder auftreten. Hier wird mir schon fast übel, wenn ich an die negativen gesellschaftlichen Folgen denke. Hier muss die Sauberkeit der beratenden Institutionen überprüft und als Entscheidungsgrundlage genommen werden. „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“, weiß ja schon der Volksmund. Damit meine ich nicht selbst eingestandene Irrtümer. Das passiert allen, aber dann bitte ehrlich.

Dies ist eine grundsätzliche Forderung von mir an die Politik, im Nachhinein zu prüfen, ob die gewählten Experten etwas Sinniges oder halt Unsinn erzählt haben. Im Zusammenhang mit Corona ist mir die Spitze des Robert Koch-Instituts schon früh aufgefallen. …

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Wo also gibt es valide (gültige) Information zum Thema Covid-19? Ein Mitglied der Familie hat Prof. Dr. Christian Drosten während des Medizinstudiums gehört, Kommentar: „Der Mann weiß wovon er redet!“ Wem diese Expertise nicht reicht, der kann sich hier selbst überzeugen. Der NDR macht einen wochentäglichen Podcast mit ihm, Hörerfragen werden gesammelt, schwerpunktmäßig gestellt und beantwortet, in druckreifem, verständlichem deutsch.

Nachsatz: Es ist schäbig, wie sich Europa darstellt, vor allem unter deutschem Diktat. Erst den Ländern, die in Europa am meisten betroffen sind via Trioka und ESM ins Elend helfen (hier ein Beispiel) und dann sagen: „Selbst schuld!“ Unfassbar! Das entsprechend auszuführen ist hier nicht der Platz, nur noch soviel (Michael Hüther im IV, dlf):

May: Ist das jetzt ein Lackmustest für die EU, für die europäische Solidarität, die Frage eben nach Coronabonds eben jetzt zur Unterstützung der südeuropäischen Länder, die ja besonders gebeutelt sind jetzt von der Coronakrise?

Hüther: Da bin ich fest von überzeugt, dass es genau dieser Lackmustest ist, denn andererseits würden sich ja auch Länder, denen es jetzt sehr, sehr schlecht geht – und dafür können sie jetzt im Augenblick nichts, sie sind einfach befallen von dem Virus in einer ersten Phase ganz intensiv – fragen, wer denn helfen würde. Und wenn es am Ende nur die Chinesen sind oder vielleicht die Russen, dann wird der Zerfall der Europäischen Union nach meiner Einschätzung unaufhaltbar sein. Die Eurobonds sind hier ein gemeinsames Signal und nicht nur das, sondern ein gemeinsames starkes Handeln, deswegen ist es eine Sicherung europäischer Integration.

Hüther vertritt die die Interessen der Wirtschaft, trotzdem hat er hier recht. Sein Wunsch nach einem Signal nach Ostern ist vermutlich Wunschdenken.

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