Der Arbeitgeberanteil

Die Sozialbeiträge werden paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer geleistet.

Wilfried Pohnke, pixabay.com

So lautet der Mythos. Kann das wahr sein?

Nein! Nimmt man diese Aussage für wahr an, so würde das bedeuten, dass der Arbeitgeber aus seinem eigenen Geldbeutel(!) die Sozialabgaben des Arbeitnehmers hälftig trägt. Tatsächlich ist es so, dass der sogenannte Arbeitgeberanteil von vorneherein vom Unternehmen in die Lohnkosten mit einbezogen wird, d.h. der ausgezahlte Bruttolohn ist schon um den Arbeitgeberanteil gemindert.

Daraus folgt: Der Arbeitnehmer zahlt am Ende die Sozialbeiträge selbt in voller Höhe.

Allerdings muss der Arbeitnehmer mit seiner Produktivität beide Anteile erwirtschaften, um für das Unternehmen rentabel zu sein …“

Der Mythos „Die Sozialbeiträge werden paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer geleistet.“ ist daher falsch!

Darüberhinaus geht der Arbeitgeberanteil ertragsmindernd als Kosten (sogenannte Nebenkosten1)Es gibt keine Kosten mit dem niedlichen Vornamen Neben. Alle Kosten mindern den Ertrag und somit die Steuern. Das gilt auch für den Arbeitnehmer: Seine Einkommenssteuern zahlt dieser ebenfalls von dem um die Sozialbeiträge geminderten Lohn.) in die Gewinn-und Verlustrechnung des Unternehmens ein, er mindert also auch die vom Unternehmen zu zahlenden Steuern.

Man stelle sich einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern vor. Der monatliche Ertrag alle Kosten bereits berücksichtigt (gleich zu setzen mit dem Brutto-Arbeitgeberlohn) beträgt 20.000 €, die Lohnsumme 75.000 €/mtl. Wir vereinfachen die Rechnung nach Peter Altmaier:

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will die Sozialabgabenlast für Arbeitgeber und Beschäftigte deckeln. Diese sollen gesetzlich auf 40 Prozent festgeschrieben werden.“ Das würde für unser Rechenbeispiel bedeuten:

Die Arbeitnehmer zahlen 20% (die Hälfte von 40%) = 15.000 €/mtl. Sozialabgaben
Der A
rbeitgeber zahlt 20% (seine Hälfte) = 15.000 €/mtl.

Es blieben also am Ende 5.000 € Brutto-Unternehmerlohn für den Arbeitgeber übrig. Das macht der Arbeitgeber in unserem Beispiel – aus vielen Gründen zu Recht – sicher nicht mit.

Eine Rechnung für ein Großunternehmen mit 100.000 Arbeitnehmern kann sich jeder selbst aufmachen … und sich dann vorstellen, dass die Anteilseigner und Aktionäre jeden Monat ihr Portemonaie aufmachen und die Hälfte der Sozialabgaben der Arbeitnehmer zahlen: Absurd!

Warum zahlt man die Löhne nicht in voller Höhe aus und lässt den Arbeitnehmer die Sozialbeiträge in voller Höhe tragen? Dann würde diesem auch klar werden, wo es in den unteren Lohngruppen am meisten klemmt. Mit dem Mythos der paritätischen Leistung der Sozialabgaben werden die Menschen „hinter die Fichte geführt“, das ist Sinn und Zweck der Übung!

Einzelnachweise   [ + ]

1. Es gibt keine Kosten mit dem niedlichen Vornamen Neben. Alle Kosten mindern den Ertrag und somit die Steuern. Das gilt auch für den Arbeitnehmer: Seine Einkommenssteuern zahlt dieser ebenfalls von dem um die Sozialbeiträge geminderten Lohn.

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