Dauerbrenner: Die Rente – Teil 3 (Wir leben länger)

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„Die Rentenbezugszeit ist heute länger als früher, die Menschen werden älter. Das ist nicht mehr, wie bisher, finanzierbar – wie müssen länger arbeiten!“ So lautet der Mythos.

Wie bereits im Post zuvor dargelegt (s. hier) ist die Wirtschaftsleistung (BIP pro Kopf, Produktivität) eines Erwerbstätigen heute um mehr als das 16-fache höher als zur Einführung der geseztlichen Rente. Diese Explosion der Produktivität ist in der Lage sowohl das im vorigen Post besprochene Problem der demographischen Etwicklung als auch das „Problem des längeren Lebens“, des längeren Rentenbezugs heutzutags, zu kompensieren.

Der Mythos: „Die Rente ist unsicher, weil die Leute heute länger Rente beziehen als früher“ ist falsch!

„Früher war alles besser!“ Was sagen die Fakten? In Bezug auf ein Rentenproblem wegen gestiegener Lebenserwartung – und damit längerer Rentenbezugszeit – das Folgende:

Quelle

Wie zu sehen: 1960 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung ~ 67 J/m und ~ 72 J/w. Man kann auch formulieren: Mit 14/15 Jahren (nach der „Volksschule“) bzw. 16/17 Jahren (nach der „Mittelschule“ aka Realschule) ab ins Berufsleben, durchschnittlich ~ 2.400 Stunden p.a. malochen, mit 65 in die Rente … und mit durchschnittlich 67 Jahren ex! Die weiteren 5 Jahre 60% Witwenrente – geschenkt! (aktuelle Zahlen (2018): Lebenserwartung: ~ 78,5 Jahre/m, ~ 83,3 Jahre/w).

Wichtig ist weiterhin zu berücksichtigen, dass die Menschen früher in Rente gehen als gesetzlich vorbestimmt (was früher selten vorkam):

In den vergangenen Jahren ist das durchschnittliche Alter, in dem Altersrenten erstmals in Anspruch genommen wurden, deutlich gestiegen. Betrug es im Jahr 2000 noch 62,3 Jahre, so lag es 2018 bei 64,1 Jahren. Gegenüber 2017 ist das durchschnittliche Eintrittsalter nahezu konstant geblieben. Bei Männern lag das Eintrittsalter 2018 bei 64,0 Jahren, bei Frauen bei 64,1 Jahren.

Quelle (DRVB Jahresbericht 2018, PDF, S. 21)

Also doch ein Rentenproblem?

Nein! Wie im vorigen Beitrag dargelegt beträgt die Produktivität heute mindestens das 16-fache im Vergleich zu 1958. Eine 16-fach höhere Wirtschaftsleistung der Erwerbstätigen, der Beitragszahler, überkompensiert sowohl die längere Rentenbezugszeit als auch die demographische Entwicklung. Rentenprobleme, die interessierte Kreise in die Politik tragen – wo diese leider nicht sach- und fachgerecht geprüft werden – dienen ausschließlich den Interessen dieser Kreise und sind gegen die Menschen gerichtet. Es ist deshalb notwendig, diese falsche Politik anzugreifen.

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