Der Steuerzahler muss wieder ran

So lautet ein immer wieder strapazierter Mythos, der wohl besagen will: Nur „der Steuerzahler“ kann handeln, nur mit dessen Hilfe geht es voran. Was soll das bedeuten? Wo liegt der Hund begraben?

Bild von Wilfried_Pohnke auf Pixabay

Die Aufforderung an „den Steuerzahler“ bedeutet nichts anderes als: „Du sollst zahlen“! Das ist ja auch logisch, denn alle Kosten, auch die bereits auf den Produktions- und Handelswegen bezahlten Steuern, finden sich in den Preisen wieder und sind immer am Ende des Tages vom Endverbraucher aufzubringen. Warum sagt man das nicht offen und ehrlich? Warum verschwurbelt man das hinter „der Steuerzahler …“?

Wie schon mehrfach beschrieben kann der Steuerzahler nur zahlen, was ihm der Staat vorher in die Hand gegeben hat, das staatliche Geld („Geld-zuerst-Regel“) … und hier liegt der Hund begraben, wieder einmal. Es ist der Staat, der ran muss, nicht der Steuerzahler. Immer wieder sind es die staatlichen Aufgaben, die erledigt werden müssen, und die täglichen Verteilungskämpfe zwischen den Interessen.

Der Mythos „Der Steuerzahler muss wieder ran …“ ist eine logische Unmöglichkeit, wenn damit gemeint ist er müsse die Mittel aufbringen damit der Staat seine Aufgaben erledigen kann.

Noch einmal: „Der Steuerzahler muss wieder ran …“ ist eine logische Unmöglichkeit, wenn damit gemeint ist er müsse die Mittel aufbringen damit der Staat seine Aufgaben erledigen kann – wenn allerdings sinngemäß gemeint sein sollte: „Der Endverbraucher trägt alle Kosten“ ist das natürlich richtig, dann kommen aber unweigerlich Fragen nach Möglichkeiten, Teilhabe, Verteilung usw. auf – mit einem Wort: Die Fragen nach dem Wie und Warum staatlichen Handelns.

Wie schon hier auf MYTHOS mehrfach beschrieben (z. B. die letzten Zeilen dort), sind es immer wieder die privaten Interessen, die hier mit der mystischen Formel „Der Steuerzahler muss wieder ran“ ihre eigenen Interessen verfolgen. Es soll in Wahrheit

  1. die falsche Vorstellung, öffentliche Haushalte folgen den gleichen Regeln wie Privathaushalte, gestützt werden …
    und
  2. … nebenbei der Staat als unfähiges Monstrum dargestellt werden, der nix alleine kann und immer nur „auf Kosten“ des armen Steuerzahlers lebt.

Mit einem Wort: Privat vor Staat („Wir Private brauchen den Steuerzahler nicht, wir regeln das über den Markt. Und viel billiger. Und viel gerechter. Und viel effizienter.“ Was für eine Sammlung von Lügen!). Wie im zuvor verlinkten eigenen Beitrag sind es die prvaten Interessen die über Spekulationen und betrügerische Manipulationen immer wieder die Krisen herbeiführen, unter denen die Menschen leiden – begünstigt durch staatliches Nichthandeln. Und auch wenn Politiker den Mythos vom Steuerzahler im Munde führen, dann immer zur Wahrung der Interessen ihrer (privaten) Klientel.

Was passiert, wenn sich der Staat zurückzieht und den Privaten(-Profitinteressen) das Feld überlässt kann man trefflich an der Wasserprivatisierung nachvollziehen. Gleichfalls wird hier beispielhaft gezeigt, welch üble Rolle die Politik oft spielt: Wahrnehmung falscher oder falschverstandener Interessen, (wenige „Groß“interessen gegen eine Masse von „Klein“interessen, den Interessen der Menschen) gepaart mit dem Versuch Bedeutendes, Großes zu schaffen, und Machterhalt, Nationalismus, Chauvinismus …

Mit alle dem hat der Steuerzahler nichts zu tun. Seine einzige Pflicht ist es, das Geld welches er initial vom Staat erhalten hat via Steuern zum Teil wieder zurückzugeben, damit keine hohe Inflation entsteht. Punkt!

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