Sparen ist gut – Teil 2

Der gängige Mythos „Sparen ist gut …“ stellt nicht die Frage: Was passiert, wenn alle sparen?

Diese Frage muss gestellt werden „Was passiert, wenn sparen gut ist und daher alle diesem Rat folgen“? denn sie hat Konsequenzen!

Wenn alle sparen fehlt es in der Wirtschaft an Nachfrage. Da Investitionen die logische Voraussetzung für Einkommen, also für Nachfrage und Konsum sind (s. Teil 1), muss das Sparen logisch die Nachfrage und den Konsum dämpfen, weil die aus den Investitionen erzielten Einkommen um den Betrag kleiner sind, der gespart wird und sich dementsprechend das Geld im Kreislauf in der Wirtschaft um den Sparbetrag verringert. Die Produktion der Unternehmen wird deshalb nicht ausgelastet werden, weitere Investitionen in Arbeitsplätze und Einkommen werden deshalb nicht mehr durchgeführt.

Der Mythos: „Sparen ist gut“ kann keine Allgemeingültigkeit beanspruchen.

Soweit die kurze Antwort. Weitere Info gewünscht? Hier entlang!!

Sparen kann dem Einzelnen nutzen, uneingeschränkt aber nur auf kurze Sicht („Notgroschen“). Auf Lange Sicht stört das Sparen den Geldkreislauf und kann so auch die Interessen des Sparers beschädigen (s. Grafik). Besonders deutlich wird dieses Problem wenn versucht wird, in einer Krise – wegen der Krise(!) – zu sparen:

Aus der Perspektive des Einzelnen ist es rational, bei einer drohenden Wirtschaftskrise keine Schulden zu machen und stattdessen Geld anzusparen. Durch dieses prozyklische Verhalten wird jedoch die Krise verstärkt oder überhaupt erst ausgelöst.
Quelle

Das Sparen kann nur einer vorangegangenen Investition folgen; nur sie schafft das Einkommen, das Sparen ermöglicht. Einerseits ist die Investition in der Regel kreditfinanziert – kein Unternehmen (oder der Staat) kann seine Investitionen ansparen – andererseits ist es gerade deswegen notwendig, dass die Erlöse aus ihr in vollem Umfang – und mit kurzen Zeithorizont zurückfließen – für Zins & Tilgung, für den Unternehmensertrag, für weitere Investitionen. Der Betrag der gespart wird, fehlt aktuell im Rückfluss des Geldes. Die Folge davon ist, dass die Nachfrage sinkt, Produktionskapazitäten nicht ausgelastet werden und daher neue Investitionen nicht vorgenommen werden, die Arbeitslosigkeit nimmt zu.

Anders gesagt: Die Kosten des Einen (Staat, Unternehmen) sind die Einnahmen des Anderen (Löhne/Gehälter, Einkommen) – spart der Eine gibt er dem Anderen weniger zurück als er erhalten hat.

Die Grafik macht das Problem anschaulich: 100 % der Löhne, Gehälter etc. werden ausgeschüttet, ca. ~ 10 % (eine durchaus realistische Sparquote) werden gespart und fließen daher nicht wieder zurück in den Geldkreislauf – die Brutto-Einnahmen sinken auf 90 % – entsprechend weniger kann im folgenden Zeitraum ausgegeben bzw. investiert werden.

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